BEWERTEN
 

Kenny Larkin

»The Narcissist«

[Peacefrog / Rough Trade / VÖ: 01.06.2004 ]

Text: Pascal Blum, Pascal Blum

Üh, was für ein hässliches heterosexuelles Cover. Schnell weg damit. Und hin zum Opener ›Fake French‹, der schön mellow dahindubbt und von Narzisst Kenny Larkin (der sich im Booklet selbst dankt) mit einem angeblich selbst erfundenen Französisch begleitet wird. Eine eigene Soundsprache hatte Kenny Larkin schon immer, von den straighten Detroit-Nummern hat er auf ›The Narcissist‹ jetzt aber weggefunden und geht die Sache etwas gelassener an: Shuffle-Spaß, viel Wärme und Deepness und sogar ein paar Tracks am Jazz-Waldrand, einer davon die etwas runtergedimmte Version von Theo Parrishs ›Twin Cities‹. Das Verspielte und das Ruhigere auf der Platte kommt dem Motor-City-Sound 2004 sicherlich entgegen – was Larkin seit seinem letzten Album vor sechs Jahren aber eigentlich genau gemacht hat: weiß niemand.

Mit seinen beiden Mitte-Neunziger-Alben ›Azimuth‹ und ›Metaphor‹ gilt er als Vertreter der so genannten zweiten Generation von Detroit-Produzenten, die sich wohl derart ins Zeug gelegt hatten im Namen des Techno, dass sie sich danach ein paar Jahre ausruhen durften. Nach einiger Zeit raffte sich Larkin zu einem neuen Release auf, um hier sein persönlichstes, intimstes und auch irgendwie meditativstes Techno-Album vorzulegen. Das sich auch nur deshalb narzisstisch nennt, weil so viel Larkin drin ist. Dass er dafür sein Booklet mit einer schrecklichen Foto-Collage von seinem Kopf zukleistert, gehört da natürlich zum Konzept mit dazu.



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