BEWERTEN
 

Takashi Wada

»Meguro«

[Onitor / Kompakt / VÖ: 21.06.2004 ]

Text: Malte Carli, Malte Carli

Takashi Wada hat als 21-Jähriger schon viel gesehen von der Welt, machte sich mit 16 von Tokio auf nach New York, um vorläufig in Paris, dem Zentrum von good old Europe, zu landen. Dieses weit Gereiste, Großstädtische ist seinem Ambient – wenn man die 13 Stücke auf Wadas Debüt denn unter diesem Begriff subsumieren kann – zweifellos anzumerken. Vielfalt und große Gesten regieren. Auf ›Meguro‹ entwirft der junge Musikstudent eine Sphärenmusik, die sich mit ihrem Willen zur Poppigkeit nach vorne spielt, fordert und sich dabei auch zu eklektischen Beats durchringt, die mitunter tief in den Jazztopf greifen. Auch wenn dissonante Momente und antagonistische Klangschichtungen (z.

B. in ›Modern Architecture‹) für Spannung sorgen, damit sich nicht alles zu sehr in Wohlklang auflöst, und das Ganze mit dem schnoddrig beatenden ›Space And Shadow‹ mal etwas aufmüpfiger, ja, heftig wird, bleibt doch alles licht und sanft und gut, kein Ton von Aggression, nichts Düsteres oder Drohendes ist zu vernehmen. Mit dem Daunendeckensound weich aufgeplusterter Flächen beschreibt Wada verschiedene Grade von Wärme, blickt um drei Uhr morgens und um sechs Uhr abends auf eine seiner Metropolen und lässt sich von Wind und Sonnenaufgang und dem Licht der Nacht inspirieren. Hier träumt einer einen immer heiteren, sommersatten Traum und lädt alle ein in seine große weiche Welt.



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