BEWERTEN
 

Felix Da Housecat

»Devin Dazzle And The Neon Fever«

[Emperor Norton / Rough Trade / VÖ: 24.05.2004 ]

Text: Jan Kedves, Jan Kedves

Man wünscht ihm, dass dieses Grinsen nie vergehen möge: Wer Felix Da Housecat ins Gesicht schaut, kriegt sofort gute Laune. Grund zur Freude hatte der Mann in den letzten drei Jahren ja auch ganz besonders häufig: Sein Album ›Kittenz And Thee Glitz‹ gehörte mit seinen Miss-Kittin-Gastauftritten zu den Pflichtkäufen des Electroclash-Hypes, ›Silver Screen, Shower Scene‹ und ›Madame Hollywood‹ waren Dauerbrenner in den Clubs (bzw. sind es in manchen noch immer), es folgten Remixaufträge von Madonna und so weiter. Was könnte man mehr wollen? Ein neues Hitalbum vielleicht. ›Devin Dazzle And The Neon Fever‹ hat mit Miss Kittin nichts mehr zu tun – wenn sie mal die Klappe hält, wird aber nicht gleich alles viel schlechter.

Die Mikros besetzen nun James Murphy a.k.a. LCD Soundsystem, Tyrone Palmer, Kate Wax und ein gesichtsloses Damenquintett namens Neon Fever – angeblich alles verdammt heiße Bräute aus der Kunstszene, eine die Ex von einem der 2 Many DJ’s und so weiter. Felix’ Musikmix dazu ist fast noch bunter, als das Cover verspricht – zur einen Hälfte neumodisch Rock-beeinflusst (wen wundert’s?), inklusive Schrammelgitarren, Live-Bass und betont schepp klingenden Drums, die andere Hälfte der altbekannte Felix mit seinen Oktavbasslinien und Wave-Synthies. N.E.R.D. und Prince werden nebenbei auch noch verwurstet. Das wirkt in sich recht unentschlossen, ist aber die musikalische Entsprechung der schizoiden Story, die sich Felix Stallings Jr. um seine beiden auf dem Album konkurrierenden Kunstfiguren Devin Dazzle und Neon Fever zusammengedichtet hat. Zwei Typen zwischen Frömmigkeit und schnellen Ficks. Ein Post-Electroclash-Konzept-Album also? Hey hey! Innovationen für die Clubszene gehen davon natürlich nicht aus, aber man muss auch einfach mal bereit sein, dieses Album – anstatt es sofort auszubuhen – unter dem schlichten Label »Pop und nichts anderes als Pop« zu bewerten. Dann ist es gar nicht mal so schlecht. Hat ein Sugababes- oder N.E.R.D.-Album etwa mehr als zwei, drei gute Songs?



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