BEWERTEN
 

McLusky

»The Difference Between Me And You Is That I’m Not On Fire«

[Too Pure / Beggars Group / Indigo / VÖ 10.5. / VÖ: 10.05.2004 ]

Text: Till Stoppenhagen, Till Stoppenhagen
[3 Kommentare]

»Die Bekloppten werden überleben!« – so oder ähnlich stand es mal irgendwann in den Neunzigern als Graffiti an einer Hauswand zu lesen. Wenn das stimmt, sind McLusky wahrscheinlich unsterblich. Große Zweifel an ihrer Zurechnungsfähigkeit kann man zumindest haben, wenn man das dritte Album der Noise-Rock-Band aus Cardiff gehört hat. Aber das ist ja nichts Neues. Genauso wenig wie die Tatsache, dass ihr künstlerischer Ansatz einen ständigen Grenzgang zwischen feinem, skurrilem Humor und brutal stumpfen Albernheiten darstellt. Immer wieder gut: heiteres Pop-Zitate-Verballhornen. War es auf dem Vorgänger-Album ›McLusky Do Dallas‹ noch ein 70er-Porno-Klassiker (›Debbie Does Dallas‹), müssen jetzt Schnurrbart-Träger Michael Schenker und Placebo als Spott-Objekte herhalten: ›Without MSG I’m Nothing‹.

Nicht ganz so geistreich dagegen Wortspielereien wie »You should be ashamed of yourself, Seamus«. Solche Tiefschläge beschränken sich aber auf Texte und Titel. Die Songs schwanken zwar ebenfalls schizophren zwischen spielerischer Experimentierfreude, Irrwitz und topseriöser, durchdachter Kunstproduktion, aber die Ausflüge in die Pubertät bleiben einem erspart.

Auch wenn der Sound von McLusky bei dem einen oder anderen wahrscheinlich Erinnerungen an genau diese Zeit wachruft: Pixies und Pavement, das goldene Zeitalter des Indie-Rock. Als Sperrigkeit und schwere Zugänglichkeit noch Qualitätsstandards für gute Musik waren. Leicht machen es McLusky ihren Hörern mit ihren seltsamen Einfällen und plötzlichen Richtungswechseln immer noch nicht, noch weniger als die Altvorderen damals. Zwar ist ›The Difference Between Me And You Is That I’m Not On Fire‹ im Vergleich zu ›Dallas‹ streckenweise schon fast poppig, aber das Album benötigt Zeit und konzentriertes Zuhören, um sich zu seiner ganzen Pracht und Fülle zu entfalten. Und man selbst immer eine Hand am Lautstärkeregler, denn dieses Album ist nicht nur sehr, sehr laut, sondern auch sehr dynamisch. Und wer bei einer der leisen Passagen mal etwas weiter nach rechts gedreht hat, läuft Gefahr, kurz darauf von einer Wand aus kaputten Gitarren und verzerrten Bässen getötet zu werden. Aber solche Risiken geht man gerne ein. Nicht auszudenken, was einem sonst durch die Lappen gehen würde.



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  • User: operator
  • operator 30.04.2004 | 17:08:27

    mclusky, ich liebe sie. die platte klingt offenbar so wie immer, und wie immer ist sie gold wert, wetten. mclusky sind wahnsinn, ich hab die erste und sie ist toll, ne. (mein plattenhändler sagt: hast du eine hast du alle) hat er recht. aber eine mußt du haben, und bist du hip hast du die aktuelle!

  • User: Oleandah
  • Oleandah 30.04.2004 | 17:11:56

    Shit, bin unhip.

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