BEWERTEN
 

Ral Partha Vogelbacher

»Kite Vs Obelisk«

[Monotreme / Cargo / VÖ: 10.10.2007 ]

Text: Ulf Imwiehe, Ulf Imwiehe

Wenn Chadwick Bidwell aus San Francisco mal wieder die Welt verblüffen will, zieht er sich in seine Indie-Pop-Philosophenkate zurück, schreibt labyrinthische Miniatur-Destructo-Folk-Operetten, die er ›Take Me To Your Dacha‹ nennt oder ›Walking A Sickly Bobcat South Of Your Cedar Infested Estate‹, und nimmt alles mit seinen liebsten FreundInnen unter dem Namen Ral Partha Vogelbacher irgendwo auf, wo’s nett ist und inspirierend. Halluzinogene Slides, sentimental-maliziöse Akustikgitarren und ächzende Beatboxes mäandern durch stolpernd stompende Tragikkomödien, wie sie so nur das Leben schreibt. Oder vielmehr die aufmerksamen und mit Hyper-Imagination gesegneten Beobachter desselben, vulgo Künstler und Käuze.

Solche, die ihre Fragen und Gedanken mittels Fuzzbox und Rückkopplung an ihr Publikum morsen, ruhelos sind, verstehen wollen. Bei aller Liebe zum Verschrobenen verliert sich Bidwell jedoch zu keinem Moment in seiner verschmitzt-ornamentalen Schratcore-meets-Pop-Architektur, mehr evil Hundertwasser, weniger Bauhaus. Nichts auf diesem Album wirkt selbstverliebt, demonstrativ virtuos oder prätentiös, sondern einfach nur reich. Reich an Ideen, reich an wunderschönen Melodien, mitunter melancholischem Humor und dieser diffusen unbestimmten Sehnsucht, die große Musik ausmacht. Und somit bereichernd.



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