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Pantha Du Prince

»Diamond Daze«

[Dial / Kompakt / VÖ: 01.03.2004 ]

Text: Aram Lintzel, Aram Lintzel
[4 Kommentare]

Emo-Techno? Digitaler Impressionismus? Man muss ja nicht plump labeln, aber eine neue Romantik weht schon durchs technoide Klanggehäuse. In verschiedenen Richtungen sind Produzenten auf der Suche nach Intensitäten, die über das Clubkollektiv hinausweisen und das privateste Gefühl antasten. Hierzulande hat Lawrence dieses Sehnen mit ›The Absence Of Blight‹ kürzlich maßgebend formuliert. Unter dem fröhlich prätentiösen Pseudonym Pantha Du Prince knüpft Hendrik Weber (auch auf der Platte ›Glühen4‹ oder als Panthel und Stella-Bassist aktiv) an die Atmosphären seines Dial-Labelmates – und -chefs Peter Kersten a.k.a. Lawrence an. ›The Right For Romance‹ heißt ein wegweisender Track auf ›Diamond Daze‹, im Info ist von »selbst gewählter Einsamkeit« die Rede.

Doch ist das Album weit mehr als ein Postskriptum zum introvertierten Lawrence-Meisterwerk – das romantische Gefühl lebt schließlich davon, dass sich ein subjektiver Rest dem bestehenden Vokabular widersetzt. So füttert Pantha Du Prince seine gräulich schimmernden Soundscapes mit allerlei persönlichen Mythologien: Düsterer Detroit-Techno, Moodymann und vor allem Noisepop (My Bloody Valentine, A.R. Kane, Lush, Slowdive) geistern sublim und körperlos durch die psychedelisch anmutenden Tracks. Das Tolle daran: Die Resteverwertung ruft kein heimeliges Wieder-Erkennen hervor. Weil die Bedeutungen des verwendeten Materials verschmutzt, zerlegt und neu formiert werden, bleibt nichts intakt. Wenn da ein Ravepiano erklingt oder dort tyrannisch kickend Mike Ink herangemorpht wird, dann zerstäuben die Ikonen alsbald wieder in flüchtigem Firnis. Wohl ist es kein Zufall, dass der Albumtitel ›Diamond Dust‹ von Andy Warhol aufruft; wie Warhol weicht Pantha Du Prince von seinen Vorgaben via Wiederholung ab. Polizeiliche Erkennungsdienste können angesichts dieser Praxis höchstens die halbe Wahrheit zutage fördern, ›Diamond Daze‹ übertrumpft namentliche Hinweise. Alles bleibt soft und formbar, auch der Körper des Künstlers selbst schmilzt sich in die Klangmaterie ein, anstatt als Souverän übers angezapfte Archiv zu walten. Es geht hier nicht zuletzt – wie auch bei anderen Dial-Acts – um eine dandyhaft-androgyne Haltung, die sich gegen die Eingemeindung durch Face-Coverästhetik und neokapitalistische Soft Power mit einer unversöhnlichen Melancholie zur Wehr setzt. Die fragilen, nur manchmal ein bisschen zu hierarchischen Versuchsreihen auf ›Diamond Daze‹ tragen sich zwar nicht ins Nichts ein – House und Techno bilden ihren rhythmisch stets präsenten Referenzrahmen –, und doch muss das meiste Geheimnis bleiben. Auch deshalb möge man sich,



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  • User: kirschstern
  • kirschstern 29.07.2007 | 22:29:42

    weiß eigentlich jemand, woher das Sample stammt, dass da am Anfang und am Ende von "Circle Glider" benutzt wird?


    ansonsten eine wundervolle Platte. Habe sie die Woche zum ersten Mal gehört und ich bin hin und weg und völlig verliebt. Eher schön und treibend im Gegensatz zu der mäandernden Düsternis von This Bliss.

  • User: rotzbouw
  • rotzbouw 08.03.2009 | 21:35:47

    the chills - pink frost. bisschen spät, aber was soll's :) bin gerade auf das lied gestossen und während ich googelte, fiel es mir wieder ein. bin mal gespannt wie pantha du prince live sind, im vorprogramm von animal collective..

  • User: Legoland
  • Legoland 09.03.2009 | 11:16:02
    Legolize it!
    "die" sind tatsächlich nur 1er, und sie haben animal collective gestern in köln ziemlich an die wand "gespielt".

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