BEWERTEN
 

dDamage

»Radio Ape«

[Planet Mu / Efa / VÖ: 30.01.2004 ]

Text: Christoph Büscher, Christoph Büscher

Zwei Typen, die unaussprechbare Pseudonyme wie Jbhak und Frdhak besitzen, können nichts Gutes im Schilde führen. Und die Musik des Pariser Duos dDamage hält, was der Bandname verspricht: verrotzte, kratzige und eckige Beats und Sounds, die durch Verzerrer geschickt und im Bitcrusher zermalmt werden. Die beiden Franzosen gebärden sich als waschechte Bit-Rocker, quälen verstimmte Synths, werkeln an Breaks, schreddern Gitarrensamples und schichten Plug-in über Plug-in, bis das Ganze gar nicht mehr so elektronisch anmutet und die Vergleiche mit Bands wie den Ultramagnetic MCs oder Mudhoney in der Info gar nicht mehr so abwegig erscheinen.

Dass ›Radio Ape‹, bereits das dritte Album der Band, auf Mike Paradinas Planet-Mu-Label erscheint, passt da nur zu gut. Denn bei allem FX-Fuzz sind die Stücke trotzdem sehr melodiös. Auf ›Aeroplanes‹ etwa funkeln plinkernde Glöckchen und Vocal-Fetzen durch das Geknarze, während ›Agueev‹ in schrägen Sounds die Geschichte von einem Affen und einem verrückten Wissenschaftler erzählt, aus dessen Labor angeblich dieser Sound gewordene Wahnsinn entsprungen sein soll. Wirklich großartiger, vollmundig protzender Rockscheiß auf elektronisch. Ohne Rücksicht auf Verluste und damit gleich doppelt sympathisch.



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