BEWERTEN
 

Ai Phoenix

»I’ve Been Gone – Letter One«

[Glitterhouse / Indigo]

Text: Frank Schuster, Frank Schuster

In Norwegen, dem weiten Land mit den wenigen Menschen, trifft man auf exorbitant viele Fjorde und gute Bands: Kaizers Orchestra, Motorpsycho, Madrugada, Midnight Choir – und Ai Phoenix. Allen Acts gemeinsam ist der souveräne Umgang mit den großen Vorbildern aus den USA oder Großbritannien plus einem ganz eigenen Hang zu, man möchte fast sagen, skandinavischer Verschrobenheit. Auf Ai Phoenix, die bereits mit zwei Vorgängeralben glänzten, trifft beides zu: Die Songs des Trios aus Bergen sind von der Americana-Traurigkeit von Combos wie Sparkelhorse oder den Cowboy Junkies durchdrungen und neigen gleichzeitig zu feinen Indie-Schrägheiten à la Pavement.

Über allem aber glänzt Sängerin Mona Mørk, die einen mit ihren zart gehauchten Tönen an die sinnliche Hope Sandoval von Mazzy Star erinnert. Eine Elfe, in deren Wagen man gerne einstiege, wenn sie einen trampend vom Rand des Highways aufgriffe. Ach nee, falsches Bild: Ai Phoenix singen ja: »Autobahn is killing me.« Und »Autobahn« völlig akzentfrei!



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