BEWERTEN
 

Monster Magnet

»Monolith Baby«

[Steamhammer / SPV]

Text: Niels Kleinmann, Niels Kleinmann

Totgesagte leben länger. Oder die Rückkehr des Spacelord Motherfuckers. Es war ruhig geworden um den monströsen Magneten. ›God Says No‹ schien das letzte Vermächtnis Dave Wyndorfs gewesen zu sein. Um ganz ehrlich zu sein, hätte ich zu einer solchen Entscheidung nach dem letzten Konzert in der Philipshalle auch brav Beifall geklatscht. Nur noch peinlich posierte Dave dort mit knapp bekleideten Damen, wehenden Haaren und brennenden Gitarren auf der Bühne und spulte ein Rock’n’Roll-Klischee nach dem anderen ab. Die Gedanken des Monster-Magnet-Masterminds müssen wohl in dieselbe Richtung gegangen sein, und so schmiss er seine mittlerweile lustlosen Ex-Kollegen kurzerhand raus und verlieh der alten Band damit ein neues Gesicht.

Bis auf Ur-Mitglied Ed Mundell ist nur noch Live-Gitarrist Phil Caivano übrig geblieben. Diese Frischzellenkur scheint zu wirken, denn der neu generierte Sound macht Lust auf runtergekurbelte Autofenster und Ellenbogen im lauen Vor-Frühlingswind. Auch Herrn Wyndorf scheint es wieder Spaß zu machen, der nach eigener Aussage ›God Says No‹ niemals hätte aufnehmen dürfen. Na, na, so schlimm war die Platte doch auch nicht. Wo sie beim letzten Album aber lediglich auf dem richtigen Weg waren, bekommen sie auf ›Monolith Baby‹ nun tatsächlich die Kurve. ›Too Bad‹ erinnert an gute alte ›Black Balloon‹-Zeiten, und auch die straighteren Rocksongs wirken nun vertrackter und interessanter.

Die glatt gebügelten, überproduzierten Alben gehören – vorerst zumindest – der Vergangenheit an. Wohl auch aufgrund des Wechsels zum Label Steamhammer – über das Wyndorf selbst sagt, das dort die Marketing-Interessen weiter im Hintergrund ständen. Schön zu hören, auch wenn so was 2004 nicht ganz so glaubwürdig klingt. Anyway. Gelungen sind auch die Huldigungen an Daves Roots in Form von zwei Coverversionen: Monster Magnet verleihen Captain Lockheed And The Starfighters ›The Right Stuff‹ und David Gilmores ›There’s No Way Out Of Here‹ ein rockiges Federkleid, das die alten Songs erneut das Fliegen lehrt. Erstere sind das Solo-Projekt des Ex-Hawkwind-Members Robert Calvert, dem die Magneten schon mit ›Brainstorm‹ auf ›Superjudge‹ ein musikalisches Denkmal setzten. Über David Gilmore muss ich wohl nichts sagen ... Vielleicht werden Monster Magnet irgendwann auch selbst solche Huldigungen ernten. Bis dahin aber sitzt die selbst ernannte »Twentieth-Century-Rock’n’Roll-Psychedelia, larger than life« weiterhin auf dem Rockthron und schaut auf die Strokes und Oasis dieser Welt herunter.



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