BEWERTEN
 

Paris

»Yellow Eden«

[Look Left / V2 / Zomba / VÖ: 05.01.2004 ]

Text: Sebastian Ingenhoff, Sebastian Ingenhoff

Paris kommen aus einer Stadt, in der es an jeder Straßenecke mindestens zwei gute Plattenläden gibt, nämlich aus Stockholm. Einer der bekannteren davon heißt Pet Sounds, und dessen Ladeninhaber, der einer Legende nach auch Kent entdeckt und bekannt gemacht haben soll, wiederum besitzt ein kleines Label namens Look Left, auf dem Paris in Kooperation mit V2 gerade ihr erstes Album ›Yellow Eden‹ veröffentlicht haben, von dessen Cover sie so stylish auf uns herabblicken und sich dabei erst einmal sämtliche Stereotype aufhalsen. Paris bestehen aus zwei Mädchen und zwei Jungs, wobei die Jungs optisch etwas an Jarvis Cocker erinnern, die Mädchen hingegen ein bisschen an den jungen Brett Anderson.

Androgyn und hübsch. Und dabei gucken sie noch nicht einmal so blasiert, sondern eher nett, gar zugänglich. Paris spielen leichten, anglophilen Indie-Pop, der mittlerweile ja eigentlich auch etwas inflationär daherkommt, vor allem dann, wenn die Musik der Neuen mitunter älter klingt als die der so genannten Originale. Natürlich soll hier kein neurotisches Nostalgikertum bedient werden, aber es spricht nicht nur für Paris, dass die Platte in den Momenten am interessantesten ist, wenn sie versuchen, wie Stereolab, Echobelly oder Lush zu klingen, was auf ›Yellow Eden‹ auch nicht ewig funktioniert. Irgendwann kann die Vorhersehbarkeit schon stören. Was eingangs noch vor allem durch die fast sirenenhaften Stimmen Annika Mellins und Emma Nylens enigmatisch schön klingt und Hoffnungen weckt, nutzt sich von Song zu Song immer mehr ab, die Schemata wiederholen sich.



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