BEWERTEN
 

Oneida

»Secret Wars«

[Rough Trade / Sanctuary / Zomba / VÖ: 26.01.2004 ]

Text: Christian Steinbrink, Christian Steinbrink

Manchmal hört man Alben von Bands, die einem grundsätzlich gefallen, aber dennoch mindestens einen Wunsch für zukünftige Veröffentlichungen offen lassen. Und ein besonderes Glück ist es dann, wenn die Band mit ihrer nächsten Platte genau diesen Wunsch erhört, ohne dass er ihr je zugetragen wurde. So geht es mir mit Oneida. Ihre früheren Alben, vornehmlich auf Jagjaguwar veröffentlicht, waren toll, wenn auch von einer unbarmherzigen Schnelligkeit und Härte. Nicht jeder Situation waren die Songs angemessen. Mit dem neuen Album ›Secret Wars‹ macht die Band den Weg für ungetrübten Hörgenuss endlich frei: Sie treten erstmals ein wenig auf die Bremse.

Immer noch spielen sie ihren NYC-Hochgeschwindigkeits-Discopunk, allerdings sparen sie sich dieses Mal die eine oder andere Noisepassage. Damit sind sie immer noch kompromissloser als z. B. die Liars, mit denen sie sich zuletzt eine Split-LP teilten. Oneida sind ein Highlight dieser gegenwärtig ziemlich gehypten Stilart. Für sie typisch sind flirrende Gitarren, die immer ein wenig verstimmt wirken und des Öfteren nach Synthies klingen. Ihre Rhythmen sind knackig, ebenso ihre Produktion. Zu hoffen bleibt, dass sie sich live nicht als die überambitionierten Selbstdarsteller entpuppen, als die sich die Liars kürzlich entlarvten. Wenn sich Oneida am Riemen reißen und auf der Bühne in erster Linie ihre Songs für sich sprechen lassen, dürften die Auftritte grandios sein.



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