Missouri
»Voodoorama«
[Tapete / Indigo / VÖ: 19.01.2004 ]
Text:
Till Stoppenhagen,
Till Stoppenhagen
Eigentlich stimmt hier alles, und irgendwie doch nicht. ›Voodoorama‹, das dritte Album der Hamburg-Nürnberger Missouri: eine Band in Hochform. Sehr gelungene Songs zwischen Alternative Country, Blues und Folk, großartig arrangiert und instrumentiert, die staubige Lo-Fi-Akustik-Atmosphäre immer wieder durch zurückhaltende elektronische Elementen aufgebrochen – alles bestens. Doch irgendetwas fehlt hier. Denn um die Songs in ihrem Pathos genießbar und ihrer gelegentlichen Altherren-Abgeklärtheit glaubwürdig zu machen, bräuchte es schon den heiligen, jedes Klischee ignorierenden Ernst Nick Caves oder die mürrische, eine ewig junge Sehnsucht allzu offensichtlich verbergende Altersweisheit des späten Bob Dylan.
Drei Fragen an Sänger Red:
Frage: Eure neue Platte wirkt schwerer zugänglich als die alte, weil sie einen ziemlich im Unklaren darüber lässt, was ihr eigentlich wollt.
Antwort: Das ist ja witzig. Ich finde die neue ziemlich poppig, so mit den ganzen Beats, die ist nicht mehr so experimentell, eher ein geschlossenes Ding.
Frage: Die letzte Platte klang unverfrorener, so angry-young-man-mäßig. Die neue dagegen klingt viel zurückgenommener, abgeklärter, oder?
Antwort: Ja, stimmt. Wir wollten weg von dieser Jungshaftigkeit. Wir sind reifer geworden, wissen eindeutiger, was wir rüberbringen wollen.
Frage: Und wie haltet ihr’s mit der Ironie?
Antwort: Da halten wir sehr viel von. Wir sind nicht so bierernst. Man sollte an jedes Werk ironisch rangehen, zumindest als Hörer. Klar, wir bringen nicht in jedem Text ‘nen Witz, aber zum Beispiel völlig unpassende Instrumente zusammenzubringen, das ist auch Ironie.
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