BEWERTEN
 

The Experimental Pop Band

»Tarmac & Flames«

[Cooking Vinyl / Indigo / VÖ: 26.01.2004 ]

Text: Ulrike Puth, Ulrike Puth

Davey Woodward gilt als brillanter verkurvter Songwriter, der in der Lage ist, aus Samples, Northern Soul, Post-Indie und verrückten Ideen ein genialisches Patchwork zu schaffen. Aus dem klassischen Alternative kommend, wurden ihm bekanntlich Mitte der Neunziger die Fesseln des Genres zu eng, und er sattelte die Experimental Pop Band auf. Und veröffentlichte mit ›Discogrotesque‹, ›Homesick‹ oder ›The Tracksuit Trilogy‹ versponnene wie poppige Alben, die bis heute nicht an Reiz verloren haben, weil sie so vielschichtig und atemberaubend futuristisch sind – und trotzdem voller Seele und Düsterheit. ›Tarmac & Flames‹ schlägt wieder in diese Kerbe, ist aber dennoch ganz anders.

Denn Woodward plagiert sich nicht, sondern unterzieht seine Kunst regelmäßigen Reloads. Der erste Song ist dann auch bereits ungewöhnlich programmatisch und kämpferisch. Mit Zeilen wie »Retro folk suckers getting all the applause / Domestic violence rages and you, you’re on all fours« wird gleich mal klar gemacht, in welches Genre sich die Band nicht einreihen möchte. Und ähnlich lustvoll im Schaffen und Zerstören, im Alle-Trösten und Selbst-Jammern läuft ›Tarmac & Flames‹ dann auch weiter. Mal mit gebrochenen Beats, dann wieder äußerst straight folgt alles scheinbar einem großen Plan voller kleiner Nuancen. Schön.



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