BEWERTEN
 

Etwas

»Zu Viel«

[Motor / Universal / VÖ: 23.02.2004 ]

Text: Jens Thomas, Jens Thomas

Wie bescheiden. Etwas, wie klingt das denn live? »Hallo, wir sind Etwas, aber auch nicht mehr.« Etwas sind ein Jung-Duo (16 und 19 Jahre alt) aus Leipzig und hauen hier mit ›Zu Viel‹ ihren ersten Longplayer raus. Musikalisch geht es in Richtung Poppunk, irgendwie jedenfalls. Optisch sind beide mit zerrissenen Hosen und Nietenbändern auch ganz nah dran. Man weiß wirklich nicht so recht, was man von dem Ding hier halten soll. Hat man zwar alles schon tausendmal gehört, ist aber trotzdem recht charmant. Ein Mix aus Wir Sind Helden, Ärzte (wurde bei ›Immer Das Selbe‹ Farin Urlaub eingekauft?) und gnadenlosem Ohne-Wenn-und-Aber-Abi-Punk à la Stoix.

Eine gut produzierte Scheibe, durchaus radiotauglich. Könnte auch die Begleitmusik für einen weinerlichen Katja-Riemann-Streifen sein. Gegen Mitte wird die Platte dann vor lauter Hymnen gar so emotionslastig, dass man sich das Weinen gerade noch verkneifen kann. Textlich will sich das Duo gleich ausziehen (kennt man bereits: ›Ich Zieh Mich Vor Dir Aus‹) oder jammert darüber, so ein hässlicher Punk zu sein, den doch keiner wirklich gerne hat (»Es ist immer das selbe, ich sehe zum Kotzen aus«). Erinnert einen irgendwie an die erste Klassenfahrt. Und eigentlich wollen beide ja nur, was alle wollen: »Sex, Drugs und noch mehr Rock’n’Roll!« so die Presseinfo. Immerhin. Jugendliche mit einer Vision. Arbeit gibt’s ja eh nicht.



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