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»Light My Fire«

[Roof Music / Indigo]

Text: Carsten Schumacher, Carsten Schumacher

Ganz in Tradition der Milliarden ›La Paloma‹-Interpretationen, die das Trikont-Label schon vor Jahren unters Volk brachte, bemüht sich Roof Music um die verschiedensten Klassiker von Weltrelevanz: ›Sunny‹, ›Fever‹, ›Summertime‹, ›Take Five‹ und ... ›Light My Fire‹. Ein Song aus der Zeit, als Drogen noch wie Mahlzeiten eingenommen wurden, Gedichte sich aufplusterten wie Wasservögel und Songs ausgeschnitten werden mussten, um überhaupt ins Radio zu passen. ›Light My Fire‹ ist einer von ihnen. Doors-Gitarrist Robby Krieger schrieb ihn in kürzerer Zeit, als die Band selbst für eine Live-Interpretation benötigte, das zeugt von Potenzial. Die hier vorliegende One-Song-Compilation hätte Jim Morrison wahrscheinlich mit dem Kopf gegen den Laternenpfahl hämmern lassen, aber die meisten der Interpretationen in den Blues-Derivaten Soul, Rhythm’n’Blues und Funk grooven wie ein landwirtschaftliches Nutztier mit Rüsselschwanz.

Ob der Motown-Sound El Greens, die wunderschöne Stimme von Arethas unterschätzter Schwester Erma Franklin oder die ultra-grelle, deutschsprachige Interpretation von Horst Jankowski aus dem Jahr 1970 – alle sprechen sich dagegen aus, dass man sich beim Komponieren von Songs zu lange Zeit lassen sollte.

Der Altsaxofonist Paul Desmond habe die Inspiration für ›Take Five‹ an einem Spielautomaten erhalten, so die Geschichte. Der Rhythmus der Maschine habe ihn inspiriert. Und tatsächlich ist ›Take Five‹ so was wie der Rosenkranz des Jazz, ein Mandala, das immer und ewig so weiterlaufen könnte. Einmal in die Fänge des Grooves geraten, kann man mühelos 16 Interpretationen auf einer Arschbacke absitzen, und wer nicht genau hinhört, merkt wahrscheinlich nicht einmal, dass die Interpreten gewechselt haben. Diese Compilation ist wie eine Meditation über ein Thema, welches seit 1959 jedes Kind kennt und von Quincy Jones bis Helge Schneider wohl auch alle mal gespielt haben. Paul Desmond hat dadurch sein damals in Reno verspieltes Geld wieder reingeholt, und wir haben einen Wurm im Ohr, der schlimmer loszuwerden ist als Tripper.



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