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»Crooklyn Dub Outernational Presents Certified Dope, Vol. 4«

[WordSound / Efa]

Text: Ulrich Kriest, Ulrich Kriest

Puh! Essenziell! Endlich! Endlich mal wieder! Die dritte Ausgabe der legendären Werkschau des New Yorker WordSound-Labels erschien bereits 1999 und trug den prophetisch-doppelbödigen John-Carpenter-Titel ›Escape From New York‹. Damals hatte Skiz Fernandez bereits seit einiger Zeit seiner Liebe zum HipHop freien Lauf gelassen und die eigenwilligen Illbient-Soundscapes und die (Krisen-geschüttelten) Label-Aktivitäten mehrheitlich in den Hintergrund oder in den Dienst von Musikern wie Prince Paul, Prince Charming oder Sensational gestellt. Insofern ist es nicht nur schwer zu begrüßen, sondern auch ästhetisch höchst bemerkenswert, auf welchem Niveau alte und neue Labelmates wieder ihre etwas aus dem Blick geratenen instrumentalen Fantasien in den Ring werfen.

Hier ist weiterhin vieles möglich zwischen hin zur Abstraktion skelettierten Dub-Soundcollagen mit folkloristischem oriental touch (Systemwide, Prince Charming, Spectre), jazzigen Grooves (die wie stets großartigen HIM), leichtfüßigem Roots Reggae (Zion Train), gut abgehangenem Dub (Laswell), HipHop-Beats, psychedelischem Industrial und Illbient-Elementen mit bekannten und unbekannten, legalen oder illegalen Zusatzstoffen (›Smoke Damage‹). Des Weiteren dabei: Teledubgnosis, Spectre, Roots Control (!!) und Brain Damage. Ist alles vielleicht nicht mehr sensationell hip, aber dafür noch immer fesselnder als 90% der aktuellen Produktion. Interessant weiterhin der Untertitel der Kompilation, ›Babylon’s Burning‹, und deren Covergestaltung: Stellte auf den Teilen 1-3 ein maskierter Anonymus einschlägige Posen des paranoiden Eigenbrötlertums in ›Sesamstraße‹- (»Hey! Pssst! Willste einen Beat kaufen? Aber pssst!«) und/oder Malcolm-X-Manier (»Mein Bass ist meine MP!«) nach, wetterte in den Linernotes eine global vernetzte Gruppe von Bass-Terroristen in Chomsky/Moore-Emphase gegen culture vultures, falsche Profiteure und die bloodsuckers of the poor. Mittlerweile trägt das Imperium seinerseits den Beat nach Bagdad, und Babylon brennt, aber anders und anderswo, als die Ruts und Rastas es mal erhofften. Darauf hat es den Bass-Terroristen, Dub-Invaders und der WordSound-Guerilla erst mal ihre mit militaristischen Metaphern gespickte Sprache verschlagen. Bleiben pathetisch-hohle Widerstandsrituale auf der Cover-Innenseite. Flagge verbrennen! Regierung ertränken! John Peel hätte gesagt: »Whistle this while you invade Poland!«



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aus Intro #113 (Februar 2004)
 
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