BEWERTEN
 

The Bronx

»dto.«

[Wichita / V2 / Zomba]

Text: Ulf Imwiehe, Ulf Imwiehe

Memento mori, Alten, hier ist die The-Band to end all The-Bands: Vier junge Männer aus L.A. schreien all den Schmerz raus, den ihre Stadt einer mittellosen self-destruct Boheme im Schatten des Sunset Strips zufügen kann, und da gibt’s so einiges: wie es ist, Freunden beim Verbluten aus multiplen Schusswunden zuzusehen; fast an Überdosen zu krepieren, während vor dem Fenster des von Räumungsklage bedrohten Rattenlochs einer dieser brutalen Smogglocken-Sonnenuntergänge die Stadt in das eitrige Licht von Blutergüssen und verwesenden Illusionen taucht; so Sachen eben. Unter anderem im Hause von Cock-Rock-Facharbeiter Gilby Clarke (Ex-Guns-N’-Roses) haben The Bronx ein wütendes Three-Chord-Oratorium zusammengeballert, das in Sachen (selbst-) hasserfülltem Kamikaze-Glam seinesgleichen sucht.

Allesamt live in maximal drei Takes eingespielt, inklusive Spielfehler und Tuning-Glitches, beschwören die Songs den verwirrten Geist psychotisch-aggressiver New York Dolls auf selbstgebasteltem Crystal Meth herauf. Mit Bleifuß auf der road to ruin geht es meistens punkig rasant und hysterisch zur Sache, ruhige Momente sind rar, aber umso, na ja, ergreifender inmitten all des Geschreis. Innovativ ist das Ganze nicht, dafür einzigartig vehement in seiner kathartischen Intensität. Und ›Strobelife‹ ist und bleibt eines der fantastischsten Stücke Musik diesseits des Präkambriums.



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aus Intro #113 (Februar 2004)
 
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