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Nits

»1974«

[Sony / VÖ: 10.11.2003 ]

Text: Kristina Engel, Kristina Engel
[4 Kommentare]

Ich mag dieses Album nicht. Gleich den Opener ›With Used Furniture ...‹ hatte ich auf der ebenfalls ›1974‹ (das Gründungsjahr der niederländischen Band) betitelten Jubiläumstour für eine olle Klamotte von einem ihrer 80er-Alben, die ich (aus Sammlergründen) im Regal stehen, aber kaum gehört habe, gehalten ... Und leider geht es genau so weiter: Der nach sieben Jahren zurückgekehrte Keyboarder Robert Jan Stips dominiert den Sound: monotone, sich wiederholende Läufe plus auf Dauer nervende, weil das Album überfrachtende Spielereien, hier ein Pling, da ein Tröten, Gott, ist das alles 80er ...; Hofstedes Gesang fügt sich nahtlos ein, ist schnell und abgehackt, auch hervorgerufen durch sehr knappe Lyrics, Wiederholung wird hier groß geschrieben; ja, und der herausragende Schlagzeuger Kloet, sonst so stilprägend, wird von dem dominierenden Keyboard an die Wand gedrückt.

Das alles ist so langweilig und limitiert.

Liebe Nits, wo bitte ist eure Neugier? ›Wool‹ noch, euer Meisterwerk von 2000, war so offen gegenüber Einflüssen. Ich schätze eure Musik, Pop auf hohem Niveau, seit ›Urk‹ (1989). Mit jedem Album danach habt ihr euch neu erfunden und bliebt dabei doch immer typisch nitsy. Wo bitte sind eure großartigen Melodien? Ich sage nur ›26 A‹ [von ›Wool‹]. Und kommt mir jetzt nicht mit ›Welcome Back‹! Robert Jan, ich habe dir immer nachgetrauert, was aber soll das? [Das Stück geht allein auf seine Kappe, nahezu alle anderen stammen vom kompletten Dreigestirn.] Bei jedem Hören gruselt’s mich: Ein ›Grand Prix‹-Anwärter! Zum Schunkeln!! Von den Nits!!! Verschwendung, damit hätte Holland erstmalig den Titel holen können! Und dann auch noch: eine Auseinandersetzung mit dem Tod ... In der Verpackung!

Ja, es gibt auch Songs wie ›The Espresso Girl‹, die auf einem der letzten Alben hätten stattfinden können (will sagen, wo sich Stips angenehm unterordnet), jedoch nicht großartig aufgefallen wären. ›Athens‹ dann, vielleicht ganz glücklich am Ende positioniert, besänftigt: kein Lieblingslied, aber atmosphärisch-schön! Auch besänftigend wirkt die beiliegende DVD mit sechs Livetracks von 1981 bis 2000. Sie führen die musikalische wie visuelle Entwicklung, kulminierend in ›26 A‹, aber auch so was von deutlich vor Augen. ›1974‹ ist für mich ein Rückschritt, hoffentlich bleibt es ein Fehltritt.



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  • User: Bene2000
  • Bene2000 04.12.2003 | 08:57:24

    "1974" ist kein Rückschritt oder Fehltritt, es ist einfach ein Album, in das man sich hineinhören muss. Anfangs war ich auch nicht begeistert, aber mittlerweile find ich es richtig gut - auch wenn "Welcome back" tatsächlich ziemlich schlimm ist!

  • User: audiokru
  • audiokru 04.12.2003 | 10:29:32

    Muss leider sagen, daß Kristina mir aus dem Herzen spricht. Dachte ja zuerst daß ich mit meiner Meinung alleine sein würde und war dann doch sehr erleichtert ihren Artikel zu lesen. Verfolge die Nits auch schon seit x Jahren und war dann im Oktober auf einem Gig der aktuellen NL Tour. Da hatte ich bei den neuen Songs schon ein sehr ungutes Gefühl im Bauch. Ging aber davon aus, daß die Tracks auf Platte alle viel besser klingen. Naja, aber alleine schon für Aquarium und Chain Of Ifs hat sich der Kauf gelohnt. Tolle Stücke das. Insgesamt wirkt das Album auf mich aber irgendwie patchworkmäßig und unfertig. Am liebsten würde ich ja dem Herrn Stips als neuen Input endlich mal ein paar gute Platten holen. So wie ich´s verstanden habe ist er bei 1974 wg. Jubiläum und so aber nur projektweise dabei. Danach geht´s bestimmt wieder bergauf.. Trotzdem danke

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