BEWERTEN
 

Ryan Adams

»Rock’n’Roll«

[Polydor-Island / Universal / VÖ: 03.11.2003 ]

Text: Joachim Schaake, Joachim Schaake

Es ist zu befürchten, dass sich der talentierte, wenngleich durchaus nicht unumstrittene Singer/Songwriter Ryan Adams mit der Wahl dieses Albumtitels bei weiten Teilen der Intro-Leserschaft vollends ins Abseits gespielt hat. Zu ausgeprägt der Hang zu großen Gesten und großen Worten. Zu eindeutig ist seine Musik dem zuzuordnen, was von alternativ sozialisierten Musikkennern als Mainstream-Rock verstanden wird. Und zugegeben: Er macht einem die Ablehnung auch sehr leicht. Für die meisten reichte schon das Posieren vor Stars und Stripes auf dem Cover seines 2001 (post 09/11) erschienenen Break-throughs ›Gold‹. Aber wer es auf der darauf folgenden Tournee derart charmant schafft, sein neu gewonnenes AOR-Radiopublikum durch alkoholgeschwängerten, epischen Gitarrenlärm zu verprellen, der sollte sein neues Album auch »Rock’n’Roll« nennen dürfen.

Obwohl sich seine Version von Rock’n’Roll wohl kaum mit den Deutungen der Turbojugend-Jeansjackenträger decken wird. Das Tempo hat er zwar auf seinem dritten Soloalbum deutlich angezogen, doch Ryan Adams bleibt in erster Linie Songwriter. Und zwar ein ziemlich facettenreicher, der erneut sein musikalisches Spektrum erweitert. Damit gehört er irgendwie einer fast ausgestorbenen Gattung von Rockstars an, die zwar über einen langen Zeitraum ihrem Genre treu bleiben, von denen man aber trotzdem auch noch das vierte, fünfte und sechste Album hören möchte.



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