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Pluramon

»Dreams Top Rock«

[Karaoke Kalk / Kompakt / VÖ: 01.04.2003 ]

Text: nadine gräser, nadine gräser
[9 Kommentare]

Ein neues Album von Marcus Schmicklers Projekt Pluramon, und ich habe die Ehre. Schmickler selbst spannt einen Bogen von A-Musik über Wabi Sabi bis zu u. a. Param, und mit dem letzten Album ›Render Bandits‹ könnte sich einer irgendwo zwischen Kreidler und Tortoise spannen, eine Spannbreite, die eine Beschreibung nicht unbedingt leichter werden lässt. Nun ja, beschränken wir uns erst mal auf das hier Gehörte: Nach einem viersekündigen leisen Gitarren-Intro folgt eine harmonisch verschachtelte Songstruktur aus luftiger Gitarre und Trompete. Dann reißt alles Getöse-artig auf. Dieser erste Einblick ist bezeichnend für die Wechselhaftigkeit des gesamten Albums.

Die Enden der Stücke sind eigentlich keine, sondern bereiten elegant den Weg für den nächsten Titel. Und auch innerhalb der zehn Stücke greifen analoge und digitale Soundräume so ineinander, dass sie sich förmlich anfassen. Insofern wird der eigentliche Gegensatz analog/digital zur Tautologie, derart ausgetüftelt wirken Postrock- und Elektro-Attitüde. Die Verbindungen entstehen teils ganz dunkel, mit einem an Jazz anlehnenden Saxophon und gepinseltem Schlagzeug wie in ›Flageolea‹, wenn Julee Cruise »I’m not gonna stay« verrät, was ich ihr aufs Wort glaube. Und teils spielerisch, indem sich hellblaue Elektrofäden zwischen ruhigen, melodischen Gitarrenriffs und Julees elfenhafter Stimme spinnen. Diesen schwebenden Eindruck habe ich von ihr, seit sie ›Falling‹ für die hochverehrte Serie ›Twin Peaks‹ von David Lynch gesungen hat, und er bestätigt sich hier wieder mal. Gerade ihr Gesang steht dieser ungreifbaren Atmosphären-Architektur sehr gut und zieht sich wie ein roter Faden durch die angenehm unsteten Soundgebäude, die auch nicht von dieser Welt zu kommen scheinen. Daher lasse ich die Referenzbögen lieber in der Tasche.



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  • User: lamb
  • lamb 23.11.2003 | 16:15:56
    schreibt
    neo-shoegazing vom feinsten.
    ich mag da falsch liegen, aber irgendwie höre ich lush, flying saucer attack und vieleicht auch die frühen seefeel raus. 39 minuten für die ewigkeit. ich liebe dieses album voller atmosphären, die dich umgeben und berühren. und dazu diese engelsgleiche stimme von julee cruise. hach... schööön! vielen dank an die tip-geberin! :-)

  • User: Mingus
  • Mingus 23.11.2003 | 16:31:59

    nach dem was ich bisher vernommen habe ist der sound wirklich top rock, die valentinschen gitarrenwände sind herrlich weit nach vorne gemischt, aufmerksames zuhören ist angebracht um den engel julee cruise herauszuhören. wenn ich mich nicht verhört habe, ist ihr bisheriger werdegang auch nicht ganz ungewöhnlich, angeblich hat sie ein abeschlossenes studium am waldhorn.

  • User: Sören
  • Sören 24.11.2003 | 16:36:17
    Tiki-Taka-Taliban.
    ein atom heart-album? na, wenigstens macht herr schmidt nicht mehr diese dummen cover-versionen.

  • User: lamb
  • lamb 24.11.2003 | 16:37:19
    schreibt
    sören, wie kommst du denn jetzt auf atom heart?

  • User: Sören
  • Sören 24.11.2003 | 16:42:36
    Tiki-Taka-Taliban.
    äh, quatsch. pluramon. aber ist das nicht auch der herr schmidt? oder verwechsel ich da jetzt was?

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