BEWERTEN
 

Andrew Thomas

»Fearsome Jewel«

[Kompakt]

Text: T.L. Renzsche, T.L. Renzsche

Allzu viel an Informationen transportieren die Kompakt-Veröffentlichungen ja leider nie. Selbst das Herkunftsland des Künstlers muss man sich aus dem Credit des Masterings herleiten: Neuseeland – dabei ist es ja nicht ohne Bedeutung, aus welcher Ecke der Welt ein gewisser Sound kommt, wenn man ihn richtig verorten will. Natürlich könnte man nun einwenden, Sound sei Sound und letztlich ginge es nur darum, dass er vor übergeordneten Kriterien bestehen muss, aber wir alle wissen auch, dass das allzu naiv in der Denke wäre. Kontext und Referenzen leiten uns, oft vielleicht ein bisschen zu viel, aber dennoch auch mit der Möglichkeit, Ableitungen zu leisten.

In dem vorliegenden Fall liegt der Schluss nahe, dass Andrew Thomas Kompakt vor allem wegen der Pop-Ambient-Idee liebt. Viel von dem auf den poppig-ambientigen Kompakt-Releases Angelegten kann man hier heraushören, wobei es Thomas gelingt, den Anspruch der Originalität umzusetzen, sich gerade in einem dermaßen auf Entspannung zielenden Sound der Beliebigkeit zu stellen: Mal hört man die Glocken aus den Sturm-Werken von Reinhard Voigt, mal das Rauschen und Knistern, diesen besondern Strudel der sich überschneidenden Flächen des Gas-Projekts von Wolfgang Voigt, mal Senking’eske Tropfsteine. Und dann, nach Ewigkeiten der Askese sozusagen, auch eine dezente Fläche. ›Fearsome Jewel‹ ist ein Album und keine Aneinanderreihung von Tracks. So muss man es sehen. Und so muss man es hören. Und stimmigerweise sind die Titel deswegen auch nur durchnummeriert: von 1 bis 10. In 35 Minuten und 7 Sekunden.



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