BEWERTEN
 

Space Kelly

»3 Ecken *** 1 Elfer«

[El Muto / Alive]

Text: Markus Von Schwerin, Markus Von Schwerin
[7 Kommentare]

Ken Steen (alias Space Kelly) hat ein Händchen dafür, gute Musiker für seine Sache zu gewinnen. Schon vor sieben Jahren, als der Hamburger mit seinem Debüt “Das Leben Ist Kein Heimspiel” (auf dem beispielsweise Henning Fritzenwalder trompetete) in die Hauptstadt übersiedelte, fand er umgehend verdiente Mitstreiter aus der Berliner Neo-Sixties-Szene. Parallel dazu jobbte er in einem hippen Labelbüro und kam dadurch in Kontakt mit der japanischen Independent-Szene, bei der Space Kellys leichtfüßiger Beat-Pop auf offenere Ohren traf als im eigenen Lande. So erscheint “3 Ecken *** 1 Elfer” wie der Vorgänger “Erster Alles” hier wieder mit zweijähriger Verspätung, während in Japan schon beachtliche Stückzahlen beider Alben über die Ladentische gegangen sein sollen und Space Kelly sogar in den Genuss eines TV-Specials zu bester Sendezeit kam.

Erfolge, die allein der Ausgefeiltheit seines eingängigen Retro-Pops – vergleichbar mit den Franzosen Tahiti 80, die einen ähnlichen Karriere-Umweg zurücklegen mussten – zuzuschreiben sind, da der Halbjapaner Steen das Geheimnis seiner Herkunft erst auf den Konzerten lüftete, als er das Publikum in dessen Landessprache begrüßte. Die Space-Kelly-Texte sind aber deutsch geblieben, und obwohl man sich an einigen Flapsigkeiten (“Oh ja, oh ja, du bist jetzt Por – no-star”) stören kann, erscheint die Jungmänner-Thematik dem mitreißenden Charakter der Songs immer noch angemessen, auch wenn sie der musikalischen Reife der Arrangements (verantwortlich hierfür u. a. David Scott von den Pearlfishers und der halbe Teenage Fanclub) manchmal etwas hinterherhinkt. Doch was die Beach-Boys-Referenzen (komplett mit Streichern, Flöten, Chören, Schellenkranz usw.) auf “Schnee” und “Es Ist Nicht Das Ende Der Welt” betrifft, so kann man nur den Hut ziehen. Also Virginia Jetzt! für Fortgeschrittene? Durchaus, zumal Ken auch an seinem Gesang gearbeitet hat. Und das etwas ausgereizte Sujet Fußball (“Der HSV Ist Wieder Da”) lässt man sich als Bossa-Parodie dann doch noch gern gefallen.



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  • schunkel 30.09.2003 | 13:38:42

    ein sehr sehr schönes, warmes und sympathisches album mit teilweise wirklich etwas flapsigen texten und herrlichen Songs. Die von Teenage Fanclub und dem Pearlfisher produzierten Songs gehören zu den hinreissendsten Liedern, die mich seit langem erreicht haben. "Schnee" und "Es ist nicht das Ende der Welt" kommen auf alle Mixtapes neben Bazooka Cain, Manfred Krug, Les Garcons, Panamaformat oder auch Geschmeido. Grossartig.

  • patte 30.09.2003 | 20:47:42
    #*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#
    aha.
    ich hab den zweimal in meinem leben live gesehen. überzeugt hat er mich nicht.
    überzeug du mich mal punkel.

  • schunkel 30.09.2003 | 21:06:47

    klar, dass nur Du darauf antwortest :-)

    Überzeug Dich selber, indem Du Dir die 2 genannten Lieder besorgst. Aber ich fürchte, du wirst ihn allein schon deshalb nicht mögen, weil er ganz kitschig Markus´"Kleine Taschenlampe brenn" covert. In Sachen traurige Beat-Liebeslieder mit Hoffnungsschimmer gibt mir die platte gerade einiges. textlich ein wenig die Herbst-Version einer Bazooka Cain-Platte.

  • User: psychonaut
  • psychonaut 30.09.2003 | 21:14:39

    Musikalisch auf jeden Fall besser als "Erster Alles".

  • schunkel 30.09.2003 | 21:17:48

    ja, abwechslungsreicher und geiler produziert und mehr hits.

  • noplacespecial 02.10.2003 | 18:06:53

    ich finde das Album sehr sehr schwach. Die Wartezeit dafür hat sihc echt nicht gelohnt. Nur schwache Songs. Die Texte sind noch nicht mal mehr lustig und die einzig guten Lieder auf der Scheibe sind das inzwischen auch schon alte "Schluss, aus und vorbei" sowie die B-Seite davon (wer packt eine B-Seite nochmal auf ein Album, wie peinlich!) "Bleib zu Hause".
    Gekonntes Eigentor!

  • User: haru_specks
  • haru_specks 15.09.2008 | 12:45:05
    shine on
    dank radio erst jetzt von der "my favourite songbook vol 2" mitbekommen. ich bin zerrissen. einerseits schöne songauswahl, andererseits ist die stimme mir etwas zu flau. ganz dolle schrecklich ist ja das cover. da will ich ja fast nicht mehr zuhören.

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