BEWERTEN
 

Thomas Rusiak

»In The Sun«

[Eastwest / VÖ: 01.09.2003 ]

Text: Sascha Ziehn, Sascha Ziehn

Multiinstrumentalisten. Das ist so ein Phänomen für sich. Typen, die einfach alles können ... Mir fällt da immer zuerst Mike Oldfield ein. Und obwohl Oldfield auch tolle Alben gemacht hat, gibt es da immer diesen miefigen “Gitarre & Bass”-Beigeschmack. Thomas Rusiak ist auch ein Multiinstrumentalist. Er spielt etwa 46 Instrumente, produziert und mischt selbst und rappt und singt auch noch. Und er erleidet das gleiche Schicksal wie fast alle seine vielfältig begabten Kollegen: Er verliert sich in Gemucke, allerlei schmückendem Beiwerk und mediokren Songs. Rusiak – der in seinem Heimatland Schweden zahlreiche “Grammy Awards” einheimsen konnte – braut auf “In The Sun” ein traditionelles Erwachsenenrock-plus-Rap-Gemisch, das mit dem Heute irgendwie so gar nichts zu tun hat.

Ein bisschen Chili Peppers, ein bisschen harmlose Rage Against The Machine und ganz viel Belanglosigkeit. Popmusik kann in ihren besten Momenten ein Statement zum Jetzt abgeben oder das Jetzt gar beeinflussen, prägen. Sie schreit dich förmlich an: Ich bin das Heute! Rusiak will in dieser Beziehung: nichts. Er begnügt sich mit Crossover, wie er vor zehn Jahren mal aktuell war. Das Ganze wird via Produktion ein bisschen aufgepeppt, hilft aber alles nichts: “In The Sun” ist ein eher ödes Album mit belanglosem Rock und dem Spannungsbogen eines DJ-Sets bei einer Medizinerparty.



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