BEWERTEN
 

Ocean Colour Scene

»North Atlantic Drift«

[Sanctuary / Zomba / VÖ: 18.07.2003 ]

Text: Jeffrey Kubiak, Jeffrey Kubiak

Kann Konsequenz im Schaffen einer Band über längere Zeit bedeuten, dass sie nichts mehr zu sagen hat, dass sie irrelevant ist? Wie interpretiert man dann das Wort “etabliert”? Ocean Colour Scene stellen mit ihrem sechsten Album das Forschungsobjekt dar. Der Longplayer bietet – wen überrascht es? – wenig Überraschungen, es gibt einige Rocker und Hymnen, dagegen keine rein akustischen Stücke. Im Werkkontext lässt es sich damit nah an “Mosely Shoals”, ihrem Quasi-Debütalbum, einordnen, denn die Band wirkt wieder frischer als noch unlängst. Zu meckern gibt’s eigentlich nichts, mit Leichtigkeit kommen die Songs im typischen OCS-Vintagesound daher, der mit einer Prise Verspieltheit, mit diversen Sounds und sogar einer Drum-Machine gewürzt wurde und die oft sehr romantisch-schweren Texte konterkariert.

Damit haben sie nicht bloß ihre Nische gefunden, sondern sich auf den britischen Inseln auch weit vorne “etabliert”. Auf nicht-anglophonem Terrain spielen sie dagegen höchstens eine marginale Rolle, weshalb man sich die Frage stellen kann, woran das liegt, und auch, warum sich das ändern sollte, solange OCS sich nicht neu erfinden oder zumindest so verkaufen. Doch dies würde wohl gerade die Essenz Ocean Colour Scenes zerstören und erst recht ihre Aussage und Relevanz in Frage stellen. Doch zum Glück ist ja alles beim Alten.



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