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The Sleepy Jackson

»Lovers«

[Virgin / Emi / VÖ: 11.07.2003 ]

Text: Martin Riemann, Martin Riemann
[9 Kommentare]

Es gibt Geräusche, denen ich einfach nicht widerstehen kann. Eines der wichtigsten darunter ist der Ton einer Slide-Guitar, unter die ein fetter Wah-Wah-Effekt gelegt wurde. Mein Gott, gibt es einen angenehmeren Klang auf dieser Welt? Und genau mit diesem von mir so geliebten Sound fängt “Good Dancers”, der Opener von “Lovers”, an. (Ich persönlich bräuchte hier gar nicht weiterzulesen, das Album hätte schon gewonnen.) Eingebunden wird diese Slidegitarre in wunderhübscheste Pop-Akkorde der Marke George Harrison, als dieser endlich vor sich hin schrummeln konnte, wie er wollte, und engelsgleichen Falsett-Gesang mit schön viel Chorus. Fertig ist das Traumgebilde eines Popjuwels, das einen immer zwingen wird, das Radio lauter zu drehen.

Für die jetzt gerade erst Hinein-Lesenden: Wir sind immer noch beim ersten Lied! Auf der Platte sind 13 drauf (auch eine Information, die Sinn macht und einem viel zu oft vorenthalten wird). 13 Songs, die einem das Gefühl geben, einen lange verschollenen Klassiker in Händen zu halten, das Werk obskurer Perfektionisten, die keine Scheu kennen, mal so richtig in die Vollen zu gehen. Dazu: Harmonie galore! Mit vielen Leuten, die Sachen wie “Naanahnanahnaaah, Aaaaah” oder “Oooooh” rufen im Hintergrund, rückwärts abgespielten Gitarrensoli, süßem japanischen Backgroundgesang und sonstigem Klimbim, der, wenn er richtig eingesetzt wird, einfach Spaß macht. The Sleepy Jackson kommen aus Perth, Australien, ihr Frontmann Luke Steel, eine Art Frank Black des Countrypop, hat bereits zwei Line-ups verschlissen, bevor er die richtigen Mitstreiter für dieses unglaubliche Album fand. Ich wette, der Typ ist despotisch, jähzornig und neigt zu Gewaltausbrüchen. Der hat sogar seinen eigenen Bruder aus der Band geschmissen. Eben einer, der alles voll im Griff hat und es deshalb auch verdient, von der englischen Presse in einem Atemzug mit Beck, Neil Young, den Beatles, Tom Waits, Prince, Dexy’s Midnight Runners und, äh, Showaddywaddy (?) genannt zu werden. Solche Auflistungen sind unsinnig? Stimmt, aber irgendwie muss man euch verwöhntes Pack ja dazu bringen, eure vollkommen zerstreute Aufmerksamkeit auf diesen Klassiker zu richten.



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  • User: Delicious
  • Delicious 23.07.2003 | 12:12:06

    Der Song Good Dancers ist wunderschön.

  • User: captain kidd
  • captain kidd 23.07.2003 | 19:25:50

    ja. ist bestes stück auf der platte.
    die zeile 'the war's good' löst etws in mir aus...

  • User: psychonaut
  • psychonaut 31.07.2003 | 17:38:19

    Kenne jetzt nur "rain falls for wind", finde den Song aber super.

  • User: dubman
  • dubman 31.07.2003 | 22:49:40

    Also definitiv das Album der Woche, nächster Anwärter the Coral, und voll toll aber nur als Import"ours-precious".Die sleepy jackson bringt jedenfalls eine gute Mischung aus power pop und countryfied rock. Ähnlich den Thrills.

  • User: captain kidd
  • captain kidd 01.08.2003 | 14:54:43

    höre keine ähnlichkeiten zu den langweiligen thrills. und zu the coral auch nicht.

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