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Metallica

»St. Anger«

[Mercury / Universal / VÖ: 16.06.2003 ]

Text: linus volkmann, linus volkmann
[50 Kommentare]

Dass Metallica einen unheimlichen Ausnahmestatus im Hollywood der Sturmgitarren a.k.a. im internationalen Heavy Metal einnehmen, weiß jeder. Metallicas Fame gleicht in ihrem Segment fast dem einer Madonna. Heißt: Sie können eine Stunde in ihre Base-Drum kotzen, und es wäre allerorts erst mal locker Titelblatt oder sonstwie ganz oben. Was in dieser Ikonisierung aber meist aus dem Blickfeld rutscht, ist die Tatsache, dass dieser Triumphzug wohl eine der unglaublichsten Leistungen in Rock darstellt. Also: Es begab sich zu der Zeit der mittleren Neunziger. Alle, wirklich alle Rock- bzw. Metal-Bands, die noch bis in die ausgehenden Achtziger gehuldigt bekamen, waren zu dieser Zeit mausetot.

Harte Gitarren dieser Façon wurden eingemottet. Metal galt als peinlichster Witz ever, Cobains Tod erschütterte jeden Glauben an das Gute im Rockbiz, und wer überhaupt noch rockwild sein wollte, musste mindestens Ministry&Co.-Umwege über Industrial-Parts gehen. Ofen aus. Nur Metallica switchten ihr Outfit und den Sound vom local Headbanger zum gepiercten Redneck-Styler. “Load” stellte zu der Zeit das einzige Metal-Album dar, das außerhalb der Genre-Grenzen Bestand hatte. Sehr distinguiert, sehr portioniert und seiner Zeit weit voraus – und somit nicht, wie alle anderen Acts, verdonnert, mit dem Genre abzutauchen. Es folgte 96 “Reload” und dann eine längere Pause. Alkoholentzug, Basser Jason Newstedt verließ die Band (damals unter der Prämisse, es ruhiger haben zu wollen für Familie und Tinnitus, wenngleich er sofort nach dem Weggang in und mit diversesten anderen Gruppen auftauchte), und Metal war via Nu-Metal et al. wieder konsensfähig und rehabilitiert. Fruchtbarer Boden für “St. Anger” – und richtig, es kommen private SMS mit dem Text “die Platte des Monats kommt von Metallica – kein Witz!” an, und die wimpigsten Nerds der Clique feiern die erste Videoauskopplung, die vor beleidigten Knackis gedreht wurde. Das Herausragende dabei: Hetfield, Ulrich und ihre beiden Mitmusiker drehen wirklich noch mal am eigenen Rad. Denn dass es so wütend, so brachial, ja mitsing-Nu-Metal-unverträglich ausfallen musste, hätte doch keiner mehr verlangt. Für viel weniger wären sie wieder hofiert worden. Aber die Warterei und die gesammelten Unwägbarkeiten seit “Reload” haben sich einfach rentiert. Züge von Hardcore sind unüberhörbar, Slapshot, Bitter oder frühe Crowbar besaßen eine ähnlich trockene Art, Druck in Kapitalen zu schreiben. Unruhig poltert und thrasht “St. Anger”, aber immer zusammengehalten von Lars Ulrichs beiden Füßen. Making double-basedrum a threat again. Großer Wurf.



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  • turntable 13.06.2003 | 16:53:17

    Load und Reload sind zwei halbgare Alben die man zu einem guten hätte eindampfen können, wie Personen, die sich mit dem Metier anscheinend besser auskennen als Herr Volkmann, schon ganz richtig formuliert haben.
    Newsted musste Metallica auch deshalb verlassen, weil seine aussermetallicalischen Aktivitäten nicht von den den Häutlingen geduldet wurden.
    Nun also zu St. Anger: Verblüffende Parallelen zu System of a Down deren Album nicht nur kommerziell sehr erfolgreich war, sondern auch unter den Old Skool Metallern auf offene Ohren und wachsende Begeisterung gestossen ist.
    Harte Gitarren, knüppelndes Schlagzeug aber klarer, melodischer Gesang. Können System of a Down aber einfach besser. Deshalb liebe ich Metallica für Kill´em all/...and justice for all & Master of Puppets. Das heisst aber nicht, das man aus gut gemeinten Respekt vor diesen Alben gut finden muss, was heute unter dem Namen Metallica passiert.
    Noch ein Wort zum achsototen Metal in der Cobain-Ära: Bloss weil ein Wanderzirkus namens Fokus der Öffentlichkeit ein paar Jahre lang woanders rumstolperte, sagt das nichts über die Vitalität von Metal aus.
    Wer den Gegenbeweis hören möchte, dem seien ans Herz gelegt:
    Slayer/Machine Head/Pantera/Fear Factory und natürlich Sepultura.
    In diesen Bands pulsierte das Leben nur so. War natürlich alles andere als hip, but who cares.

  • Erzkanzler 13.06.2003 | 17:24:51

    Also im Zusammenhang mit Load/Reload von Metal zu sprechen, halte ich schon für recht gewagt, aber lassen wir das...

  • User: slebt
  • slebt 19.06.2003 | 21:47:13

    Schade, manche Stücke fangen irgendwie cool an. Dann kommt iiiiirgendein Teil, der auch beim fünften Mal keinen Sinn macht. Oder es fängt an zu nerven. Ich weiß nocht nicht ganz.
    Live bei RockAmRing war die Band dagegen sehr geil, das hab ich leider auch schon anders sehen müssen. Die 2 neuen Stücke... naja.
    Aaaber: Guter Mann am Bass. Sehr guter Mann. Hat glaub ich das Tempo insgesamt ein wenig angezogen, armer Lars.
    Und wie gut das man das Material von der
    "Langweil" und "Re-Langweil" zu Hause gelassen hat. Wahrscheinlich haben sie selber keinen Bock das zu spielen, oder hab ich's nur überhört?

    St. Aaaaaaaaaa a a a !

  • Timo Chan 19.06.2003 | 22:03:59

    der mann am bass war bob rock. trujillo kam erst nach den aufnahmen zur band.

  • User: UlrichAnton
  • UlrichAnton 20.06.2003 | 09:10:29
    ready at dawn
    der Auftritt bei Rock am Ring war auf MTV unerträglich, ich habs ausgemacht, aber zur Zeit läuft ein anderer Auftritt (ich glaube London) auf MTV, der kommt sehr gut.

    Die neue Single mag ich, die ganze CD anzuhören hatte ich noch keine Lust. Meine Metalphase ist schon ne Weile her.

  • Chimpie 26.06.2003 | 13:41:50
    "DA!"
    Diese beiden Bands haben ja nun mal gar nichts gemeinsam! Frechheit sowas zu behaupten! Metallica hat es sich nicht nötig sich an Nu-Metall anzubiedern. Metallica SIND Rock, alle anderen stehen dahinter.. System of a down sind ja nicht schlecht, aber Metallica der Nachahmung zu bezichtigen (dann auch noch aus kommerziellen Gründen).. sowas peinlich blauäugiges habe ich selten gelesen..

  • schunkel 26.06.2003 | 13:49:21

    Wo ist der Typ, der immer "soso" schreibt, wenn man ihn braucht?

  • User: slebt
  • slebt 26.06.2003 | 14:04:47

    Ich meinte den Live-Basser.
    Keine Ahnung wer auf der Aufnahme gespielt hat.
    Ist auch egal.

  • User: Soundbwoy
  • Soundbwoy 26.06.2003 | 15:51:26

    @Chimpie: Ich hab's mir heute nochmal angehört. Es ist ganz klar, daß sich Metallica (& Bob Rock) ein paar gute frische Einflüsse angetan haben. Wenn sich Entwicklungen harter Rockmusik, wie sie durch Bands wie System of a Down & Queens of the Stone Age verkörpert werden (den Einfluss hört man noch mehr raus, meine ich), ist das natürlich keine Anbiederung und natürlich auch kein Klauen.
    Dein Hardcore-Fantum ist allerdings armselig.

    Ich find die Platte übrigens immer besser.

  • Deutschlandsprengung 27.06.2003 | 01:50:57

    @chimpie
    sowas peinlich blauäugiges habe ich selten gelesen

  • User: Soundbwoy
  • Soundbwoy 27.06.2003 | 09:53:30

    Wenn das man nicht ein Fall von Headcase ist.

  • Chimpie 27.06.2003 | 11:27:55
    "DA!"
    @Soundbwoy: Hm, ich kenne QOTSA ziemlich gut und finde da keine Einflüsse.. Metallica ballert da ziemlich gradlinig drauf los und QOSTA machen Soner-Rock vom feinsten, total unterschiedlich - ganz andere Stile. Mag sein, das Sie sich ideen geholt haben.. aber eher aus dem Gefühl als bewußt von anderen Bands. Und System of a dawn.. ne, noch weniger gemeinsam.. Naja, vielleicht haben wir einfach ein unterschiedliches Hörgefühl. Hardcore-Fantum ist übertrieben, ich glaube einfach das du falsch liegst, das ist alles. Bei Metallica kann man halt nicht einfach einen Vergleich aus dem Ärmel schütteln, das ist gewagt.
    @Deutschlandsprengung: aber sonst hast Du zu dem Thema nichts zu sagen, hm? Also nur rumstänkern? Wie peinlich..

  • Headcase 27.06.2003 | 13:49:04

    Natürlich sind SOAD Einflüsse nicht wegzudiskutieren, Die queens eher weniger. Im Schnitt eine gute Platte.

    Und solange Intro keine "Defleshed" Rezension abliefert, ist ein
    --Metal

  • Headcase 27.06.2003 | 21:20:00

    Falls jemand dieses verstümmelte post auf mich schieben möchte, dann liegt er falsch.
    Diese rudimentäre Forensoftware ist nicht nur unfähig "Sonderzeichen" zu erkennen, sondern auch hochgradig schlecht.
    Wie im Spex Forum hat die Technik zu sein. SO und nicht anders.


    Headcase, der den vorherigen Beitrag nicht beendet, da zuviel Text und akute Unlust

  • User: nicoletta
  • nicoletta 27.06.2003 | 23:43:43

    nur, weil man ein video in quentin dreht und ein bisschen heftiger auf das schlagzeug haut als die male vorher, wachsen einem ja nicht auf einmal wieder eier. losballern halte ich in diesem zusammenhang fuer uebertrieben. "nothing else matters", eine ballade ballade ballade, ist nach meinem dafuerhalten um laengen konsequenter als ein "st.anger", das fuer mich zusammengeschustert und auch langweiliger als die einstige vorzeigeballade klingt. fuer mich ist hart anders.

  • Headcase 28.06.2003 | 02:05:49

    Nein, alles andere als ein "St. Anger" wäre inkonsequent gewesen.
    Bis auf Load/Reload klang jedes Metallica Album anders.


    Headcase

  • User: Soundbwoy
  • Soundbwoy 28.06.2003 | 02:14:20

    Hat Dir eigentlich schon mal jemand gesteckt, daß Dein Unterzeichnen nervt?

    Gezeichnet.
    Soundbubi

  • User: pktwo
  • pktwo 28.06.2003 | 15:18:31

    napster.

  • Headcase 29.06.2003 | 17:39:23

    Und hat dir schon mal jemand erzählt, dass fake accounts noch wesentlich mehr nerven?


    Headcase

  • User: Soundbwoy
  • Soundbwoy 29.06.2003 | 19:33:26

    @Headcase: Da muss ich Dir wirklich rechtgeben. Fake-Accounts nerven.

  • User: everpure
  • everpure 29.06.2003 | 21:38:12

    HAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA! pktwo, der war gut. danke.

  • User: TheRocker
  • TheRocker 29.06.2003 | 23:37:18

    was soll man zu dieser platte noch sagen...die songs sollen an alte thrashtage erinnern..."kill'em all" läßt grüßen...damals hatte man kein geld für ne anständige produktion
    und heute haben sie mit riesensummen den "sound-spirit" von damals wieder "eingefangen"...die produktion ist staubtrocken - weil - is ja gerade hip und hetfields kumpel sind ja eh alle southern-rockende wüstenhunde...aber der drumsound ist eine einzige frechheit....ich sach bloß LEERE KEKSDOSE...aber immerhin...diesen stilwechsel hätte ich ihnen nicht mehr zugetraut...insgesamt um welten besser als load u reload...das metalalbum 2003 is aber trotzdem von anthrax

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