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»Team Eimsbush«

[Eimsbush / Wea / VÖ: 03.02.2006 ]

Text: Hannes Loh, Hannes Loh

Kennt ihr das? Die Zutaten, einzeln betrachtet, lassen euch das Wasser im Mund zusammenlaufen. Dann – alles in einem Pott, durchgekocht und vereintopft – plötzlich ein fader Geschmack. Nicht wirklich schlecht, aber hinter der Erwartung. Oder ein anderes Beispiel: eine Mannschaft mit überdurchschnittlich vielen Top-Spielern. Aber als Team machen sie nichts her, die Stars kommen sich in die Quere, es ist kein Raum da, um die Eigenheiten, die Ecken und Kanten, um die es doch geht, auszuspielen. So geht’s mir mit der neuen Eimsbush-Compilation. “Team Eimsbush” heißt das Album. 15 Stücke, 15 verschiedene Artists, die in allen möglichen Kombinationen antreten.

Mal Tropf, Samy Deluxe, Twisted und Illo, dann Tropf, Eißfeld und B-Low, schließlich D-Flame, B-Low, Charnell, Doubleface, Twisted, Illo, Paolo 77, Phantom Black, Ben Kenobi und Tropf usw. usf. Also alles Posse-Tracks, die bekanntlich so entstehen, dass man sich auf ein allgemeines Thema einigt und jeder dann acht bis sechzehn Zeilen schreibt. Der Beat ist meistens schon fertig. Das sind keine echten Songs, sondern Aneinanderreihungen von individuellen Spots. Cool, wenn so was ein Mal auf einem Album vorkommt. Dann hat es Charme. So höre ich eine Platte, die nur aus Gästen besteht. Dazu kommt ein Gestus, der im Moment, da jeder Zweite im Musikgeschäft seinen Job verliert, sicher nicht verwunderlich ist, dem Hörer aber irgendwann gehörig auf den Senkel geht. Dieses trotzige “Wir sind immer noch da, und wir wollen auch nicht gehen, weil: das ist unser Ding, und es wird immer unser verdammtes Ding bleiben, versteht ihr, ihr kriegt uns nicht klein, wir bleiben verdammt noch mal hier, ätsch” – diese Durchhalteparolen und das Mit-den-Armen-Rudern, das ist okay für die Posse, für die Homies, aber nicht für den schlichten Liebhaber guter HipHop-Musik. Das heißt nun aber wirklich nicht, dass es auf “Team Eimsbush” keine hörenswerten Passagen gebe. Es macht immer Spaß, Samy beim Reimen zuzuhören, und auch über Charnell, von dem ich seit dem Ende seiner Crew Da Force nichts mehr gehört hatte, habe ich mich sehr gefreut. Aber diese 15 Songs tragen einfach keinen Vibe, der hängen bleibt.



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aus Intro #106 (Juni 2003)
 
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