BEWERTEN
 

Standstill

»The Latest Kiss«

[Defiance Records / Zomba / VÖ: 10.03.2003 ]

Text: Ingo Rieser, Ingo Rieser

Eigentlich hätte es wenig Sinn, Standstill gerade mit dieser EP kennen zu lernen. Das bedeutet nicht, dass „The Latest Kiss“ schlechter wäre als die bisherigen Veröffentlichungen des spanischen Posthardcore-Aushängeschildes. Drei der fünf Songs dieser EP waren jedoch bereits auf den letzten Alben zu hören. „The Latest Kiss“ bringt diese und zwei bisher unveröffentlichte Songs („When The Curtain Falls“ und „Waiting For The Panda“) in modifizierten, akustischen Versionen. So wird aus „Let Them Burn“, das auf „The Ionic Spell“ kaum mehr als ein Zwischenspiel, ein Fragment war, ein ausgewachsener Song, und ein sehr hörenswerter dazu.

Gerade erst mit dem aktuellen „Memories Collector“ haben Standstill sich als experimentierfreudig und kreativ erwiesen und neben den bis dahin gültigen Referenzen Refused, Trail Of Dead und At The Drive-In ein Faible für Jazz und Genre-untypische Instrumentierung ausgelebt. Das machte es zu einem der interessantesten Posthardcore-Alben des letzten Jahres. „The Latest Kiss“ nun erinnert oft an die ruhigeren, hypnotischen Momente von Neurosis oder Breach, manchmal an Radiohead. Damit funktioniert „The Latest Kiss“ für sich gesehen schon sehr gut, besser aber noch im Kontext des bisherigen Gesamtwerkes.



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