BEWERTEN
 

The Ataris

»So Long, Astoria«

[Columbia / Sony / VÖ: 07.06.2004 ]

Text: Ingo Rieser, Ingo Rieser

Mit Pop-Punk ist das so ein Sache: Eigentlich gibt es davon mehr als genug, die Halbwertszeit ist oft erschreckend kurz, und irgendwo gehört hat man das alles auch schon mal. Die Ataris wirken dazu noch so dermaßen sympathisch und ungefährlich, dass man sie gerne hassen würde. Es besteht die Gefahr, dass man die Band demnächst nicht nur mit der kleinen Schwester teilen, sondern auch im Duett mit Frau Mama mitsummen muss. Wer will das denn? Die Wiederverwertung des 80er-Don-Hensley-Songs „Boys Of Summer“ ist wohl das Letzte. Arg radiokompatibel ist das Ganze, produziert von Lou Giordano (Goo Goo Dolls, Paul Westerberg), sowieso. So viel dazu. Andererseits sind die Ataris – 1997 von Vandals-Bassist und Kung-Fu-Records-Chef Joe Escalante erstmals gesignt – seit Jahren und Alben wie „Blue Skies, Broken Hearts ...

Next 12 Exits“ und „End Is Forever“ (beide Kung Fu Records) ein verlässlicher Lieferant brillanter Melodien. Punk/Rock mit Träne im Knopfloch und melancholischem Blick (siehe Jawbreaker, Samiam), damit kriegen sie einen immer wieder. Das ändert sich mit diesem Majordebüt nicht, und wenn Sum 41 ob ihres aktuellen Werkes Reife unterstellt wurde, muss man hier schon Weisheit attestieren. So kommt man trotz festem Vorsatz um die Höchstwertung nicht herum. Ich bin begeistert.



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