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Curse

»Innere Sicherheit«

[Jive / Zomba / VÖ: 30.06.2003 ]

Text: Hannes Loh, Hannes Loh
[7 Kommentare]

Alles bleibt anders. Dieser Spruch mag sich nach pseudoinnovativem Werbefuzzi-Geschwafel anhören. Im Falle des neuen Curse-Albums liefert er eine griffige Formel. Denn wer Curse-Fan ist, der wird es auch nach „Innere Sicherheit“ bleiben – auch wenn „Feuerwasser“ immer noch sein Lieblingsalbum ist, auch wenn er meint, dass „Wahre Liebe“ der beste Rap-Text ever ist. Curse hört sich noch an wie Curse, er rappt noch wie Curse und benutzt noch dieselbe Sprache wie Curse. Er bleibt Individualist, ein Suchender, der sich mitteilen muss. Eine Prise Esoterik, ein Quäntchen fernöstliche Lebensphilosophie, ein Schuss pragmatischer Protestantismus – das alles findet sich auch auf „Innere Sicherheit“.

Unter diesem Blickwinkel ist Curse konservativ. Das gilt übrigens auch für einen guten Teil seiner Beats und Samples. „Rapgesetze 11-20“ oder „Dreht Ab“ sind Songs, die musikalisch wie Style-technisch auch zu „Feuerwasser“ oder „Von Innen Nach Außen“ passen. Anders die Lyrics: Die neuen Rapgesetze reflektieren eine andere Entwicklungsstufe. Curse hat neue Erfahrungen gemacht, die er einordnet und hinterfragt. So auch bei „Dreht Ab“, einem typischen Homie-Track. Wo früher die Aufforderung zum reinen Abgehen und Party-Machen stand, verlangt Curse jetzt von seinen Fans, Verantwortung für gesellschaftliche Prozesse zu übernehmen. Das wirkt manchmal aberwitzig, z. B., wenn er die Oderflut und ihre Folgen als Beispiel für einen wünschenswerten Solidarisierungseffekt unter „den Deutschen“ anführt. Bei ihm steht das als Bild für einen Zusammenhalt, der mit nationalem Chauvinismus nichts zu tun hat; die Brisanz dieses Vergleichs ist ihm nicht bewusst. Aber Curse geht es gar nicht um die korrekten politischen Kategorien, sondern um ein Bauchgefühl. Etwas muss sich ändern, sonst passiert irgendwie was Schlimmes. Das ist der Subtext, der sich durch die Lyrics zieht. Curse’ Strategie ist ebenso simpel wie praktisch: Denke positiv, lass dich nicht runterziehen, mach was, geh auf die Straße, zeige deinen Protest, du bist nicht allein. Und weil Michael Kurth kein Politiker ist, sondern MC, gehen diese Statements auch völlig in Ordnung. Was Curse auf seiner aktuellen Single „Hand Hoch“ wagt, nämlich eine sehr soulige Live-Instrumentierung, die manchem als kitschig und zu poppig aufstoßen wird, könnte sich mittelfristig als Weg entpuppen, deutschsprachigem Rap neue Attraktivität zu verleihen.



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  • Chimpie 26.02.2007 | 20:43:44
    "DA!"
    Mal nicht ganz verkehrt, Herr Loh - aber ein fader Loh-Beigeschmack bleibt trotzdem..

    Loh-Fi

  • Chimpie 27.02.2007 | 21:06:21
    "DA!"
    Arbeitet der Hannes denn noch für intro? Oder habt ihr den gekickt?

  • Chimpie 27.02.2007 | 22:42:49
    "DA!"
    Und ansonsten? Wer ist für innere Sicherheit und für Loh, oder gegen Loh, oder ganz anders drauf, was Curse betrifft?

  • User: snorej
  • snorej 02.03.2007 | 10:47:58

    geh ma zur altkleidersammlung chimpie, der hut is so alt, da isser vielleicht noch.
    p.s. loh is teil des systems. :)

  • User: snorej
  • snorej 02.03.2007 | 10:53:01

    was mir noch dazu einfällt:
    "mensch chimpie heb die hand hoch, du bist wie ein fels in der brandung...."

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