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Ladytron

»Light & Magic«

[Invicta Hi-Fi / Telstar / Wea / VÖ: 21.07.2004 ]

Text: Thomas Hübener, Thomas Hübener
[6 Kommentare]

Ladytron hätten die neue Soft Cell produzieren sollen, dann wäre vielleicht alles doch noch irgendwie gut geworden. Die Band, deren Name sich sowohl auf das gleichnamige Stück des ersten Roxy-Music-Albums als auch Steven Lisbergers Film “Tron” (mit Musik von Moog-Gladiatorin Wendy Carlos) beziehen lässt, hat erwartungsgemäß ihrem formidablen Debüt “604” (2001) Grandioses folgen lassen. Die deepen, pluckernden Synthiepatterns, das Faible für ausgemusterte Drumcomputer, die Fähigkeit, catchy Songs aus den stylishen Ärmeln zu schütteln, als sei’s keine Arbeit, das alles ist geblieben. Der Gesang Helen Marnies, die gehaucht-wisprig-doublegetrackte Stimme, die uns auf unsterblichen Jukebox-Perlen wie “Playgirl” das Herz brach, ist jetzt nicht länger mehr ausschließlich Saccharin- und Isobel-Campbell-like – überhaupt ist die Atmosphäre noch urbaner, modernistischer, distanzierter und kälter geraten.

Neben Telex und Bal Paré kommen mir jetzt auch Propaganda und – Producer sowie, scheint mir, Nukleus Danny Hunt wird es ungern hören – weniger fuzzy, dafür transparenter daherkommende Human League in den Sinn. Dazu trägt nicht zuletzt die größere Rolle der zweiten Sängerin Mira Aroyo bei (das Promo-Anschreiben schafft es unsäglicherweise, mehrmals ihren Namen falsch zu schreiben, und repetiert darüber hinaus die alte Legende, man habe sich auf einer Reise durch Osteuropa getroffen, anstatt Spex’ens Sonja Commentz die ihr zustehenden Props für das Bekanntmachen Miras mit den drei Liverpudlians im Londoner Club Blow Up zu geben). Mira ist die mit dem geilen bulgarischen Akzent, der sich hervorragend als darker Kälte-Signifié eignet, so à la final messages from the tower wie: “Das Objekt ist soeben vom Bildschirm verschwunden.” Zwar gibt es noch immer mitpfeifbare, an Girl-Groups des Northern-Soul/Motown-Genres wie The Supremes, The Belles oder The Mirrettes erinnernde Stücke, die zeigen, was harmonietechnisch eine Harke ist – wie das wundervolle Strawberry-Switchblade’eske “Blue Jeans” –, dann hat es aber auch dunkle Hiebe mit der House-Peitsche (“Flicking Your Switch”), Joy-Division-artige Hypnobassläufe (“Cracked LCD”) und Barhocker-Leerer für den Club: knietief in Disco. Was auch schön ist: Bei aller heimlichen, gern kulleräugig verleugneten 80s-Reverenz-Erweiserei hat man mit der ganzen verzweifelt provo sein wollenden Electroclash-Rotze wie Fisherspooner oder Peaches nichts zu tun. Gorgeous!



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  • User: brand new marc
  • brand new marc 08.04.2003 | 17:12:12

    also ich hab die scheibe jetzt dreimal gehört und irgendwie gibt dir mir nichts. ich kann die ganze begeisterung nicht wirklich nachvollziehen. ganz bestimmt spannend, aber nicht grandios.

    (außerdem sieht das cover artwork anders aus, nur so angemerkt)

  • User: x miner
  • x miner 18.04.2003 | 16:39:06

    Ich teile die Begeisterung für
    Ladytron seitdem ihre letzte Platte
    604 hier bei mir so erstaunlich
    gewachsen ist. Damals aufgrund
    des Wirbels und Hypes um die
    Liverpooler gekauft, ließ sie mich
    anfangs relativ kalt. Nach
    regelmäßigem Gebrauch aber habe
    ich sie endlich ins Herz schließen
    können. Nach Jahren. Ich nehme an,
    mit Light & Magic wird es ähnlich
    sein. Habe bislang dreimal im
    Laden auf- und abgehört, und
    gerade Seventeen und Flick of the
    Switch sind mir bereits zu
    Ohrwürmern geronnen. Schön auch
    die Tupfer aus Krach.

    Die Meinung über Fischerspooner
    und Peaches teile ich allerdings
    nicht. Rotze (wie "hingerotzt") hat für
    mich in diesem Sinne eine sehr
    positive Bedeutung! Ich mag's.

  • User: Wolpers
  • Wolpers 18.04.2003 | 17:09:57
    --N--- --N----N---
    @bnm: es gibt zwei artworks. das mit den bandmitgliedern ist die us-pressung. find ich schöner :)

    mag die platte überhaupt!

  • User: kathy
  • kathy 18.04.2003 | 18:01:26
    Calendar Girl
    ich finde die sehr gut! gefaellt mir besser als das erste album!

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