BEWERTEN
 

Jimi Tenor

»Higher Planes«

[Kitty-Yo / Efa / VÖ: 15.06.2005 ]

Text: karl koch, karl koch

Jimi Tenor landet nach kurzem Zwischenstopp bei seinem alten Label Sähkö nun auf Kitty-Yo. Eines vorneweg: Den Elektro-Tenor seiner Hits “Take Me Baby” und “Sugardaddy” sucht man auf “Higher Planes” vergeblich. Statt dessen hat der Big-Band-Leader mit Grandseigneur-Geste die Oberhand gewonnen. Da jodelt die Fusion-Big-Band, bis der 7/8-Takt zusammenbricht, wird Barjazz mit dezenten Timbaland-Beats unterlegt, setzt es im Jazzrock-Furioso Breaks mit schäbigen Drumcomputersoli, gniedelt der P-Funk, jault die Hendrix-Gitarre und am kranken Hardrock von “Tapiola” hätten sicher auch Ween ihre Freude. Eigentlich also alles wie immer: Jimi Tenor überkandidelt und durchgeknallt, wie man den exzentrischen Finnen halt so kennt.

Doch irgendwie will diesmal der Funke nicht überspringen. Liegt’s an der rezessionsbedingt pessimistischen Rezipienten-Großwetterlage, dass man nicht mehr empfänglich ist für opulent-sinnlose Dekadenz der Sounds und Stile? Oder hat Jimi Tenor einfach seine musikalischen Formeln aufgebraucht und ist im Recyclingstadium seiner selbst angekommen? Eins steht fest: Kitty-Yo hätten sich sicherlich eine griffigere Platte zum Einstand gewünscht.



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