BEWERTEN
 

Nobukazu Takemura

»10th«

[Thrill Jockey / Efa]

Text: Autor unbekannt

In fröhlichem Klingklang mit Aphex-Twin-Referenzen, aber meist einfach strukturierten Beats gehalten, hat Takemura mit “10th” seine bislang wohl zugänglichste Platte veröffentlicht. Und dies, obwohl hier etwas hinzugekommen ist, das beim ersten Hören sehr befremdlich wirkt: Fast alle Nummern sind mit Gesang unterlegt, Gedichtsvertonungen von Aki Tsuyuko, mit einem Computer-Sprachprogramm eingespielt, das eigentlich als Kommunikationsmittel für Behinderte entwickelt wurde. An den seltsam emotionslos eingesetzten Gesang hat man sich allerdings schnell gewöhnt, denn er besitzt eine gewisse Niedlichkeit, die gut zum Cartoon-Charakter der Musik passt.

Dass sich die Texte dabei schier gar nicht verstehen lassen, spielt keine Rolle, schließlich gibt es auch jede Menge liebgewonnener Cartoon-Figuren, die sich nur über Mümmeln und Brummeln artikulieren. Mit “10th” wird auch – zumindest mir – erstmals deutlich, warum Thrill Jockey nun schon seit vier Alben auf diesen musikalischen Einzelgänger setzt. Die Grundstimmung seiner kinderliedhaften Synthiemusik korrespondiert mit dem entspannten Flow, der für so unterschiedliche Chicago-Musiker von Tortoise bis The Sea & Cake charakteristisch ist und nutzt zudem ähnliche Einflüsse: Minimal Music, Burt Bacharach, Yellow Magic Orchestra, Charles Mingus. Große Musik, auf kleines, puppenhaftes Format runtergeköchelt.



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