BEWERTEN
 

Ron Sexsmith

»Cobblestone Runaway«

[V2 / Zomba]

Text: Gerd Rosenacker, Gerd Rosenacker

“Cobblestone Runaway”, das bereits sechste Album des kanadischen Songwriters Ron Sexsmith, dessen Name erstmal eine andere Branche assoziieren lassen könnte, ist – die Überraschung hält sich dennoch in Grenzen – wieder ein Songwriteralbum. Mit Akustikgitarre und Gesang. Und es ist Produkt seiner persönlichen Probleme und tiefgreifender Veränderungen, der genreüblichen Melange aus Selbstzweifel und verhaltenem Optimismus. So weit, so gut. Neu an dieser Geschichte ist jedoch, wie unverhohlen und konsequent sich Sexsmith zu dem, was seine Kaste ausmacht, bekennt. Zum Pathos nämlich, und zwar an allen Ecken und Enden bar jeglicher Abstraktion, mit Streicher-Bombast und Gospelchor.

“God loves everyone” – wer, von Xavier Naidoo oder Peter Maffay mal abgesehen, traut sich denn so etwas noch? Schön plakativ, überaus kurzweilig und oftmals wirklich ergreifend. Immer an der Grenze zum Kitsch, definitiv aber noch auf der guten Seite. Und dass die Stimme in weniger guten Augenblicken an Paul Young erinnert, habe ich in meiner gerade entflammten Liebe zum Songwritertum beinahe schon wieder vergessen.



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