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Puppetmastaz

»Creature Funk«

[New Noise / Labels / Virgin / VÖ: 27.01.2003 ]

Text: Daniel Erk, Daniel Erk
[4 Kommentare]

Im Musikbusiness tanzen die Puppen: Die Muppetshow macht Weezer den Backgroundchor, die Puppetmastaz treten nach zwei Singles mit ihrem Debütalbum “Creature Funk” ins Macht-auf-der-Bühne-Licht. Überall pflegeleichte Puppenstars, die tun, was von ihnen gefordert wird, ohne eigenen Willen, ohne Drogenexzesse und lustlose Interviews? Es wäre zu schön gewesen. Die Puppetmastaz, eine Crew aus Hasen in Trainingsjacken, Fröschen in Satin-Bademänteln und dem Maulwurf Maloke, messen sich in Sachen Prolligkeit, Realness und Ghettoattitüde mit den bösen Jungs des Amirap. Die Musik dagegen schielt kein bisschen nach Nordamerika.

Der Synthesizer haut flirrende Synkopen raus, der Beat stürzt sich per 4/4 direkt in die Sprunggelenke. Theatralische Geigen, hüpfende 80er-Sounds und dicke Bässe wummern, während die Puppetmastaz brummen, nörgeln, schreien. Nichts zum morgens Aufwachen, nicht geeignet zum Rumhängen auf dem Sofa. Dieses Album gehört in einen Geländewagen mit geeigneten Stoßdämpfern und auf Tanzflächen. Natürlich stecken hinter den Puppetmastaz keine Unbekannten. Umtriebige Berliner Hipster haben sich mit den großartig-hässlichen Handpuppen ihre Spielwiese geschaffen, auf der es sich hübsch mit HipHop, Elektrofunk und Bad-Boy-Haltung experimentieren lässt, ohne dabei schon wieder ihre Visagen in die Kamera zu halten und damit womöglich auf die Nerven zu fallen. Es geht um Musik, nicht um Namen. Die Puppetmastaz spielen weder moralisches Kasperletheater, das die Kids vor dem bösen Krokodil warnt, noch haben sie eine große Botschaft. Hier gibt es nur noch launische Krokodile, rappende Handpuppen mit der ausgestopften Hand im Schritt. Eine lässige Idee – auf Albumlänge aber eher anstrengend.



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  • User: derekvanvliet
  • derekvanvliet 13.02.2003 | 22:32:23

    Alles richtig, was hier steht. Und dass schon ganz andere Kaliber in ihrem sich-selbst-und-andere-nicht-Ernst-nehmen immer wieder über das Ziel hinausgeschossen sind, ist auch klar. Aber letztlich ist das eine Scheibe, die neben den Albernheiten jede Menge Spiel- (meint auch Experimentier-)freude beweist. Und die Tracks, auf denen musikalisch so viel und vor allem das Richtige passiert, dass das einfach überspringt, überwiegen bei weitem. Standen hier zuviel Kenntnis der Hintergründe und ihrer Personen einer größeren Würdigung im Weg?

  • User: constanze
  • constanze 14.02.2003 | 11:21:17

    Weiß nur, dass das Video zu Pet Soundz das Beste ist, was ich seit langem gesehen habe. Packt ein, Gorillaz.

  • User: derekvanvliet
  • derekvanvliet 15.02.2003 | 00:16:43

    So ist es, Constanze.
    Leider überzeugt weder das hier gezeigte Cover noch das, was ich dann auf meiner CD vorfand.

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