BEWERTEN
 

Oneida

»Each One Teach One«

[Jagjaguwar / Cargo / VÖ: 05.07.2004 ]

Text: Felix Scharlau, Felix Scharlau

Beharrlichkeit geht den New Yorkern Oneida über alles. Da wäre zum Einen die Unermüdlichkeit, nicht nur zahlreiche Platten zu machen, sondern sie auch trotz der Angebote von Majors konsequent auf einem leidlich unaussprechlichen sowie in größerem Zusammenhang wenig bekannten Indie rauszubringen. So weit, so credibel. Viel mehr noch möchte ich sie aber feiern für ihr wahnsinniges Beharren auf nur wenigen und schlichten musikalischen Motiven. Denn ganz richtig erkennen sie: Weiterentwicklung, Durchführung – all das brauchen nur die Leute, bei denen die erste Idee eben nicht die beste ist. So geht der Song “Sheets Of Easter”, der sich aus nur einem ungefähr halbsekündigen, ständig wiederholten Rock-Derivat speist, ganze vierzehn Minuten.

Vierzehn Minuten lang “Drischhh-Drischhh-Drischhh”. Und schon bei acht Minuten entsteht ein Gefühl im Kopf, als würden sich chinesische Wasserfolter und multiple Orgasmen in herrlicher Regelmäßigkeit ablösen, bis sie irgendwann nicht mehr zu unterscheiden sind. Für solch bizarre Wahrnehmungen konnte Psychedelic-Rock nie sorgen. Die zweite CD verspricht hingegen vermeintlich leichtere Kost in annähernd normaler Songlänge. Oneida lassen sich hier sogar auf classical Songwriting ein, mit Strophe und Refrain und wie sie alle heißen. Und rücken dank Orgel und wabernder Monotonie teilweise dicht an Stereolab heran. Unterm Strich steht das akzentuierteste Quartett im New Yorker Band-Tollhaus, das trotz des Rockstigmas eigentlich eher auf den Dancefloor gehört: Zu sehr wird hier mit Rock-Klischees gebrochen und mit der losen Hülle dann Loop, Flow und Track als Leitgedanken emanzipiert. Und genau das macht es hoch interessant.



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