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Memory Systems

»Memory Systems«

[Form Records / Import / VÖ: 01.06.2007 ]

Text: Jens Friebe, Jens Friebe

Die hier bereits übermächtig gewordene, vergammelte Science-Fiction nennt ein cooles Kunst- und Popduo aus San Francisco neuerdings Postfuturismus und macht es zum konzeptionellen Angelpunkt seiner unzähligen Aktivitäten. Phoenix Perry und Brian Jackson sind unter anderem Musiker, Videokünstler und Retro-Theoretiker. “Memory isn’t what it used to be” lautet einer ihrer zentralen Slogans, die sie als Band unter dem Namen “Memory Systems” zum Klingen bringen. Im Groben geht es darum, in der Gegenwart zu halten, was uns die Achtziger versprochen haben – also um die Realisation der Zukunft nicht als das jeweils Bevorstehende, sondern als zeitlose Vision.

Das postfuturistische Instrument schlechthin ist der seit 40 Jahren unermüdlich Zukunft symbolisierende Synthesizer, den Perry und Jackson zum Thema einer von ihnen veranstalteten nomadisierenden Party (“Synth”) und ihrer eigenen Musik gemacht haben. Bei den ersten Stücken der CD hat man aber leider den Eindruck, dass die praktische Umsetzung dem theoretischen Überbau nicht gewachsen ist. Die abgeschmackte 808 und die lieblos ausgewählten Synthie-Sounds nerven, die schauspielerisch von einer pseudobiestigen Phoenix Perry vorgetragenen, wavig-sperrigen Melodien auch. Ab Lied vier ist die Welt aber wieder in Ordnung. Die Sounds sind ausgefeilter und heutiger, die Gesangslinien direkt und catchy. Super auch die Police-Coverversion “Spirits In The Material World” und eine Stelle, an der Perry “Dangerous” singt, man aber, wenn man – wie ich – unbedingt will, “Dangermouse” verstehen kann.



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