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Johnny Marr And The Healers

»Boomslang«

[iMusic / Pias / Connected / VÖ: 17.02.2003 ]

Text: Bernhard Przybilla, Bernhard Przybilla
[3 Kommentare]

Wenn einer dreizehn Jahre braucht, um eine neue Band zu gründen, ist es keine Überraschung, wenn auch das Debütalbum lange auf sich warten lässt. Eigentlich war Johnny Marrs erster Longplayer nach den Smiths und dem Studioprojekt Electronic bereits für den Herbst 2000 anvisiert. Aber kaum wartet man zwei Jahre, schon ist “Bommslang” tatsächlich fertig. Für Marr eher eine Kleinigkeit, denn schließlich sorgte er 1986 mit seinem Ausstieg bei den Smiths für das Ende einer der wichtigsten Bands der Achtziger. Da taugen zwei Jahre Verspätung bestenfalls zur Fußnote in einem Platten-Review. Wie lang der Schatten der Smiths sein würde, hat Marr vermutlich selbst am meisten überrascht.

Dass keine rasch gegründete Gruppe eine faire Chance bekommen hätte, war ihm klar. Aber selbst Jahre nach dem Split musste er feststellen, dass Musiker feuchte Hände bekamen, wenn sie zusammen mit “dem” Johnny Marr spielen sollten. Vermutlich ist das der Grund, warum er in der Folge so viele Gastauftritte bei bekannten Bands hatte: Die Pet Shop Boys, Brian Ferry oder The The ließen sich von seinem Ruf nicht beeindrucken, sie waren selbst wer. Erst 1998 begann Marr damit, eine neue Band um Ex-Kula-Shaker-Bassist Alonza Bevan und Drummer Zak Starkey (“ich hatte keine Ahnung, dass er Ringo Starrs Sohn ist”) zu formieren und übernahm den Job des Sängers gleich selbst. Bei den Healers ist der Name Programm, denn Marr glaubt, dass die Branche an durchgestyltem Drei-Minuten-Pop-Einheitsbrei krankt. Dunkle Melodien und ein härterer Sound sollen da für Linderung sorgen. Doch das Rezept ist zu einfach, um für Aufsehen zu sorgen, denn letztlich wird einmal mehr die englische Musik-Geschichte geplündert. “Es soll sich wie eine Kollision von T-Rex, den Stooges und Eno anhören”, wünscht sich der 36-Jährige. Very british also das Ganze und erinnert - wie nicht anders zu erwarten - an Oasis. “Einige der Songs würden gut auf ‘Be here now’ passen”, fand der NME nach ersten Live-Eindrücken und meinte das nicht als Kompliment. Da macht sich Marrs Freundschaft zu Noel Gallagher und die Auftritte im Vorprogramm von Oasis eher unangenehm bemerkbar. Für Smiths-Fans, die sich die Platte unweigerlich kaufen werden, bleibt, dass alles auch wesentlich schlimmer hätte kommen können. Während man Morrisseys letztes Album nur noch aus treuer Pflichterfüllung erstehen konnte, bleibt bei Marr zumindest das traurige Gefühl, beim Abstieg eines Jugend-Helden zuzuschauen, aus.



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  • User: manicsarah
  • manicsarah 30.01.2003 | 00:25:51

    huch johnny marr.den typen hab ich schon mal gesehen als support.hm.hat mich nicht beeindruckt

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