BEWERTEN
 

The Johnsons

»Fuck The Johnsons«

[Echokammer / Indigo]

Text: Ma:K Arensmann, Ma:K Arensmann

Keine Ahnung, wohin die wollen. Ein wenig beschleicht mich das unangenehme Gefühl, etwas erklären zu müssen, das ich nicht verstanden habe. The Johnsons sind ein Ableger von ein paar Querköpfe der Merricks. Über dem Album prangt als schlichte Wahrheit bis praktischer Ratschlag: “Fuck The Johnsons.” Da ich Humor gutheiße, fühle ich mich jetzt fast zu Hause. Das Album gliedert sich in zwei Teile, von denen letzterer Klangcollagen enthält und nur auf der CD-Version verfügbar ist. Zu blöd: Ich habe die CD. Ziellos taumelt man durch das Erbe britischer Industrialbands der 80er wie Throbbing Gristle bis hin zu deren jüngeren Abkömmlingen wie Scanner Robin Rimbaud.

Sinn solcher Stücke kann es nur sein, den Odeur von Kunst zu verbreiten. Sollte es Menschen geben, die darüber hinaus Lustgewinn empfinden, hoffe ich, dass sie beim BND aktenkundig sind und überwacht werden. Die erste Hälfte des Albums (Diskomusik) beflügelt hingegen das Gemüt. “Cosmic” rockt mit Buff-Zack-Beat und unwiderstehlicher Bassline ordentlich und entspricht ungefähr dem Rezept Electronic Body Music plus Schweinesynth und Western-Mundharmonika. Die Finger im Spiel hatte hier wie auch bei “Mexican Fist” – by the way mit den coolsten spanischen Vocals seit mindestens Righeiras “Vamos A La Playa” – Christian Kreuzer von Dakar & Grinser. Ansonsten ringen The Johnsons ihren analogen Synthesizern rohen Low-Fi-Funk bis -Dub ab, zu dem man sich heimlich Jimi Tenors Stimme herbeiwünscht. Wohin die damit wollen? Keine Ahnung. Aber ein kurzes Stück geh’ ich wohl mit.



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