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Frank Goosen

»Liegen Lernen«

[Roof / Indigo]

Text: christoph koch, christoph koch
[6 Kommentare]

Hörbücher sind ja ein boomender Markt, liest man derzeit jedenfalls allenthalben in der Tagespresse und natürlich auch im In-Flight-Magazin Ihrer Wahl. Und eigentlich sind sie ja auch keine schlechte Sache. Wenn man mit grippalem Infekt bettlägrig vor sich hin vegetiert, gibt es fast nichts besseres. Jedenfalls solange Wert darauf gelegt wird, dem gedruckten Buch in irgendeiner Form einen Mehrwert zu verschaffen. Und genau das schaffen die drei CDs von Frank Goosens Roman “Liegen lernen” leider nicht. Zu deutlich merkt man den Aufnahmen an, dass der Autor sie bei diversen Päckchen Tütencappucino in der heimischen Küche selbst eingelesen hat.

Goosens Stimme und Tonfall bleiben flach und farblos. Dass der eher mittelmäßige Roman auch auf Papier etwas übertrieben abgefeiert wurde, kann an dieser Stelle ruhig auch einmal festgehalten werden. “Deutsches Theater” bietet da deutlich mehr added Value: Allein die Gästeliste, die BvSB auf den drei CDs um sich schart, ist beeindruckend. Es macht großen Spaß, in Texten über Manfred Krug, Sandra Maischberger oder Helmuth Karasek die entsprechenden Zitate dann auch tatsächlich von den Betreffenden gesprochen zu hören. Auch Jasmin Tabatabai, Christoph Amend und Westbam geben sich die Ehre. Die oft eher journalistischen Texte von “Deutsches Theater” gehören dabei textlich zum Besten, das der nicht überall geliebte Vorzeigepopliterat zu Papier brachte, und werden durch nur akustisch funktionierende Gimmicks sehr gelungen ergänzt. Höchst unterhaltsam ist beispielsweise die Passage, in welcher der Karasek-Text unterbrochen wird, um durch charmant-joviale Anrufe bei diversen deutschen Literaturkritikern die Aussprache des russischen Autoren Bunin zu klären. “Rufen Sie mich bitte zurück, wir haben uns in Hamburg getroffen, damals haben Sie mir doch das Buch signiert. Wissen Sie noch? Das war so schön”.



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  • User: MonyMony
  • MonyMony 21.01.2003 | 10:16:04

    ...wurde 'liegen lernen' übertrieben abgefeiert!!! ich habe es gerade unter mühen ausgelesen - so was flaches!!!

  • buenaventura 21.01.2003 | 11:56:22
    hashomer
    ich finde, man konnte es ohne muehen lesen, und wenn man mal n paar seiten ueberspringt, machts auch nix. was das "flach" angeht, stimme ich zu. das ist halt so identifikationsliteratur, die funktioniert wenn und soweit man sagt "ja, genau, so war/ist das bei mir auch". "eher mittelmaessig" trifft es doch ganz gut.

  • User: soulglow
  • soulglow 21.01.2003 | 12:45:15

    Ich glaube ich habe ein Buch selten so schnell gelesen wie dieses - "flach" trifft das Ganze wohl ganz gut, und die angestrengte Identifikations-Heischerei langweilt höchstens.

  • User: kafkaktus
  • kafkaktus 21.01.2003 | 16:13:14

    Es scheint auch fast ein bisschen zwanghaft, dass der arme Kerl immer seine Dylanplatten zitieren oder rumschleppen muss, um das ganze in die Popliteraturecke stellen zu können

  • User: signorrossi
  • signorrossi 21.01.2003 | 19:51:47

    Ich war auf einer der Lesungen dazu, und hab mich sehr schön amüsiert. Dass die Geschichte in Buchlänge allerdings nicht sonderlich spannend ist, kann ich mir gut vorstellen. Aber gottseidank gibts ja Lesungen, da funktionieren so kurzweilige Sachen prima.

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