BEWERTEN
 

Dj /Rupture

»Minesweeper Suite«

[Tigerbeat 6 / Westberlin / VÖ: 19.06.2005 ]

Text: Maximilian Freudenschuss, Maximilian Freudenschuss

DJ /Ruptures erste Mix-CD “Gold Teeth Thief” war so etwas wie Underground-Novelty: Ursprünglich nur als MP3 und CD-ROM im Mikrovertrieb, waren die hybriden Drei-Turntable-Mixes derart schnell in aller Munde, dass The Wire das gute Stück gleich mal unter die besten 50 Platten von 2001 nahm und De:bug gewohnt zwinkernd-größenwahnsinnig DJ /Rupture zum besten DJ der Welt erklärte. Die neue “Minesweeper Suite” nimmt sich viele Rhymes von Battle-HipHop, legt Erinnerungsfetzen von DAT Politics und Donna Summer, Aaliyah und obskuren orientalischen Stoff auf-, neben- und übereinander und erzeugt damit eine Stimmung, die die eigenen Assoziationsfetzen durch 2000 Jahre Popgeschichtsschreibung triggert und am Ende in chromatischen, dichten Breakbeats auflöst.

Es geht mit diesen (erst auf den zweiten Blick) sorgfältig ausgewählten 68 Platten, die hier zusammenfließen, natürlich vor allem darum, Kategorien von Rezeptionsmustern zu durchbrechen, Kolonialismus, der auch in Popkultur allgegenwärtig ist, mit den Mitteln von Bastard-Pop zu thematisieren und sich dabei zu einer Form von politischer Relevanz aufzuschwingen – das hat etwas sehr angenehm Zeitgemäßes, vor allem weil die Platte es schafft, nicht aufgesetzt deftig, sondern notwendig hart rüberzukommen. Härte ist jetzt härter. Und die Zeichen stehen nicht gut.



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