Jay Jay Johanson
»Antenna«
Text:
linus volkmann,
linus volkmann
[7 Kommentare]
“It’s all so strange / when centimetres feels like miles / seconds like hours” (aus “Far Away”). Letztere Zeilen waren der Knüller für die Emo-Clique, in der ich Nacht für Nacht arbeite. Und stammten von dem Album “Poison” des Schweden Jay Jay Johanson. Die Hits der Platte machten uns auch beim Intro trunken, und kurzerhand bedachten wir Jay Jay, den hier zwar bekannten, aber doch nicht wirklich populären Thirty-Something mit der wilden Punk-Vergangenheit, mit dem Cover der April-Ausgabe 2000. Auf der damaligen Platte croonte er zu elektronisch angehauchten, aber dennoch sehr traditionell Gitarren-geprägten Singer/Songwriter-Mega-Momenten.
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Kleiner_Prinz 06.11.2002 | 09:45:59
Lasst euch nicht bezirrzen von dieser Kritik. Leider ist dieses Album ein Reinfall. Wo ist die Schücternheit und die damit verbundene Ironie hin, die Soongs wie "Tell the girls that I'm back in town" ausgezeichnet hat? Nun schaut er sehr selbstbewusst vom Cover, singt von seinen Empfindungen "evrytime I ear my song on the radio" und Songs wie "Deja-vu" oder "Automatic lover" mit ihren DJ-Boboesquen Beats klingen auch so, als flehten sie geradezu darum, im Radio gespielt zu werden. Die Intesität ist bei alledem leider auf der Strecke geblieben.
jebu 06.11.2002 | 10:00:40
Ganz so krass würd ich das nicht ausdrücken. Poison war sicher viel durchgängiger und intensiver, aber in diese Richtung konnte es dann auch nicht mehr weiter gehen.
Auf Antenna sind aber trotzdem noch genug schöne Lieder drauf, wenn auch diese Disco-Songs ziemlich gewöhnungsbedürftig sind. Bei letzteren bezweifel ich auch, dass ich die gut fände, wenn das nicht diese Stimme wäre.
westbabybam 06.11.2002 | 10:39:31
Ich hab' den Mann gestern live auf arte gesehen.
Ich fand's grottenschlecht. Zwar sieht er aus wie eine Mischung von Thin white duke und Sigue Sigue Sputnik, aber singen kann er nicht mal wie Patrick Lindner.
jebu 06.11.2002 | 11:24:24
@wbb: Das Dir die Stimme nicht gefällt, kann ich ja nachvollziehen, aber das er nicht singen kann, stimmt definitiv nicht.
carpi 08.11.2002 | 23:04:21
Höre das Album auch ganz gerne. Geht aber nach dem tieftraurigen 'Poison' und dem formidablen Vorgänger 'Tattoo' doch Richtung breitere Öffentlichkeit.
Die Stimme ist allerdings schon gewöhnungsbedürftig.
starlight_walker 09.11.2002 | 09:33:42
hachígatsu
ich finde von dj bobo ist herr johanson schon noch weit entfernt, den vergleich mit den pet shop boys ziehe ich jedoch gern. für mich ist antenna zeugnis seines (frisch erworbenen) selbstbewußtseins, welches man auch sehr schön bei eben jenem arte-special sehen konnte: ein glücklich verliebeter jay jay johanson der tanzmusik macht. und hey, wer möchte denn nicht tanzen, wenn man glücklich verliebt ist?!
nun kann man melancholie zu poison leben und wunderbar tanzen zu antenna. ich tue das jedenfalls.
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