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Kettcar

»Du und wieviel von Deinen Freunden«

[Grand Hotel Van Cleef / Indigo / VÖ: 28.10.2002 ]

Text: Rainer Ott, Rainer Ott
[20 Kommentare]

Da ist sie also! „Du Und Wieviel Von Deinen Freunden“, die - wie die 20.000 Downloads und unzähligen Gästebucheinträge auf www.kettcar.net zeigen - nicht nur von mir sehnlichst erwartete erste offizielle Kettcar-Platte. Vorausgegangen ist eine 4-Track-Mini-CD namens „So Lange Die Dicke Frau Noch Singt, Ist Die Oper Nicht Zu Ende“, die auf den bisher ca. zwei Dutzend gespielten Konzerten kostenlos verteilt wurde; und es waren nicht wenige, die schon bald jedes Wort mitsingen konnten. Mitsingen konnten viele ja früher auch mal bei Rantanplan und natürlich bei ... But Alive, die ja - und da wird wohl niemand widersprechen - zumindest einen der möglichen Soundtracks für die Neunziger ablieferten.

Und Kettcar sind dann so was wie die Symbiose aus diesen beiden Bands. Nicht musikalisch, sondern eher personell bedingt, was aber gar nicht so sehr interessieren soll. Des öfteren konnte man jetzt schon lesen, dass Kettcar die stringente Weiterentwicklug der letzten ...-But-Alive-Platte wären. Das stimmt. Das stimmt nicht. Natürlich ließe sich - nimmt man die drei ersten BA-Platten mal als ähnlich in einen Block zusammen - „Hallo Endorphin“ als Bindeglied verstehen, tauchen doch zum ersten Mal Synthies auf und ist sie insgesamt (also auch inhaltlich) viel songorientierter (ob Pop oder Rock wäre noch mal einen Ausflug wert) als ihre Vorgänger. Ich aber glaube, dass wir Kettcar tatsächlich als neue Band verstehen sollten. Was hier zwischen Gänsehaut und Rocken passiert, ist anders, vollkommen anders. Und um das zu verstehen, müssen wir trennen, was eigentlich zusammengehört: Text und Musik. Wenn bei ... But Alive (fast) immer klar war, worum es geht und warum was jetzt wie sein muss oder sollte (sprich: die Musik sich, zumindest in der Wahrnehmung, den Texten unterordnen musste), gibt es heuer ein nahezu perfektes Gleichgewicht. Es ist das, was Generationen vor uns gesucht haben, und vielleicht haben wir es jetzt gefunden: den perfekten Popsong. Mit ihrer Mixtur aus Emotionalität, Enttäuschung, Liebe und, ja, auch Verständnis und der Besetzung von zwei Gitarren, Schlagzeug, Bass, Orgel und liebevollen Elektro-Spielereien haben Kettcar das Beste von Punk in die Welt des Pop übertragen und erzeugen damit eine Melancholie, in die man sich hineinfressen könnte, die aber doch nie ausweglos ist. So lebt die aktuelle Platte vor allem von und in ihren ruhigen, teilweise akustischen Momenten. Nur deshalb können die schnelleren Rockparts überhaupt so gut funktionieren. Eine fast schon erschreckende Melange aus zehn Jahren aktive Musikerfahrung, die mal wieder zum Ergebnis bringt (und das ist vielleicht der Unterschied zu ... But Alive), dass der Song nur perfekt ist, wenn die Mischung stimmt. Wie hier Text und Musik zusammengehen, lässt mich fast erzittern vor Ehrfurcht. Es ist alles so gut überlegt, nie doof. So ist „Wieviel ...“ die Demonstration brillanten Songwriterhandwerks, weg vom Punkrock, hin zum Popsong, und - das zeigte sich schon live - „Landungsbrücken Raus“ ist ein Song für die Ewigkeit. Kettcar für die bessere Welt!



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  • broessi 29.12.2002 | 17:55:46

    Mein Gott, wie konnte man nur 24 Jahre leben ohne diese Platte zu vermissen? Eine der besten Platten 2002. Es hat schon lange keine CD mehr so lange meinen CD-Player mit Dauer-Repeat belegt.

  • User: ronzko
  • ronzko 30.12.2002 | 21:05:43
    penny sagt danke
    ja und heute wurden kettcar in der hamburger morgenpost von ihrer leserschaft auf platz 6 bei den newcommern des jahres und auf platz 8 in der kategorie beste hamburger band gewählt !

  • User: Philipp
  • Philipp 31.12.2002 | 00:49:04

    platte des jahres. nichts hat so sehr gefangen genommen. punkt.

  • Mozzhead 31.12.2002 | 11:22:15

    Wahrscheinlich mache ich mir jetzt hier wenig Freunde, aber für mich klingt diese Platte (und insbesondere die Stimme) nach üblen Hannover-Rock.
    So, jetzt isses raus.

    BTW:
    Bester Hamburg Act
    1. Tocotronic
    2. Fettes Brot
    3. Die Sterne
    4. Carsten Pape
    5. Die Goldenen Zitronen
    6. Kungfu
    7. Lotto King Karl
    8. Veranda Music
    9. Kettcar
    10. Tigerbeat

    Lotto King Karl. Ja nee, is klar!
    Und who the fuck is Carsten Pape? :-)

  • patte 31.12.2002 | 14:25:20
    #*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#
    na das freut mich ja dass die eigentlich superunbekannten veranda music vor den langweilern gelandet sind.

  • User: zilix
  • zilix 31.12.2002 | 14:35:16

    ich mach gerade den selbstversuch ! hm, ich glaub die stimme gefällt mir nicht.

  • User: Delphine
  • Delphine 31.12.2002 | 19:32:25

    kettcar...mmmh...!!!im taxi weinen...soooo schön!!

  • crusader 31.12.2002 | 20:00:54

    hannover-lastig ist gut. da muss ich ja doch nochmal loswerden, dass sie mich durchaus an pur erinnern. auch wenn ronzko immer behauptet ich würde da was misverstehen.

  • crusader 31.12.2002 | 20:06:33

    woher ich pur sogut kenne?

  • Seepferdchen 01.01.2003 | 18:15:05

    Ihr Penner ihr...(=. Hannover lastig. Puuh. also das ist seit langem die berürendste Deutschsprachige Platte; hat meiner Meinung nach gegenüber so einigen anderen HH Bands die oben genannt sind nicht den fast zwangsneurotisch zu nennenden Anspruch "total ironisch" zu sein und jammert aber auch nicht so rum wie viele der anderen. Also ihr Feuertüten hörts euch doch noch mal an und gebt ihnen eine faire Chance! So feine Musik!Skateboard(#12 auf der Vinyl) ist der helle Wahn. "Am besten auf Liebe reimt sich immer noch Angstschweiß..."das ist ganz schön gut.

  • schunkel 02.01.2003 | 19:30:00

    boah, irgendwie so ganz und gar nich interessant

  • User: zilix
  • zilix 02.01.2003 | 19:32:49

    @seepfedchen, ich habs versucht, weiß gott ich habs versucht. aber das kettcar ist zu schwer eingestellt, ich kann treten wie ich will, ich krieg es nicht in gang.

  • User: Diosa
  • Diosa 08.04.2003 | 22:46:51

    ...hat das album dann auch mal mich erreicht. hab mich eigentlich immer gesträubt, es mir zu holen (man hört ja nur so sachen wie "tocotronic-kopie" von eigentlich allen bands, die aus hamburg kommen), aber angesichts der panzer-tour, die morgen in kassel gastiert, und der doch recht guten kritiken sowie der schwärmerei eines guten, musikverständigen freundes, besorgte ich mir die cd letzten freitag dann doch und frage mich jetzt WIE ZUM TEUFEL KONNTE ICH SO LANGE OHNE SIE LEBEN? site jimmy eat world's "clarity" rotierte bisher kein anderes album derart heftig in meiner anlage, da keine andere außer ihr vermochte, mich gleichsam so traurig und im selben moment so verdammt glücklich zu machen... ein album muss meiner meinung nach nicht irgendwas furchtbar innovatives und die texte super intellektuell sein, hauptsache, man wird von den liedern berührt- und das schaffen kettcar mit ihrem großartigen album in jeder ecke meines herzens und meiner seele

  • User: fluffgirl
  • fluffgirl 09.04.2003 | 14:38:58


    jaja, ein sehr brührendes album, mit Songs, die das zeug haben, zur Hymne einer ganzen Generation zu werden - bloß wie? Genial: "Money..", "Landungsbrücken", "Taxiweinen" und "Lattenmessen"

  • User: fluffgirl
  • fluffgirl 09.04.2003 | 15:13:41

    hoppla, ein e vergessen.

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