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Coldplay

»A Rush Of Blood To The Head«

[Emi / VÖ: 23.08.2002 ]

Text: Christian Steinbrink & Oliver Minck, Christian Steinbrink & Oliver Minck
[21 Kommentare]

Für...
Zugegeben, es wäre nicht besonders schwer, Coldplay zu hassen. Es ist einfach, sich krudem Indierock hinzugeben oder irgendwann von sich zu behaupten, dass man nur noch Click-Elektronik und die Melvins höre, und direkten Pathos zu meiden wie der Teufel das Weihwasser. Und dazu muss man noch nicht mal Nerd sein, es geht auch als charmante und eloquente Person mitten aus dem Leben. Coldplay haben diese Erfahrung gemacht, von Leuten, auf deren Meinung sie Wert legten, geringschätzig abqualifiziert zu werden. Das erzählt Sänger Chris Martin in der Titelstory dieser Ausgabe. Ihr Chartbreaker-Album “Parachutes” war ein Album voller glasklarer, eingängiger Popsongs, und es erzeugte eine Atmosphäre von schwülstiger Sentimentalität.

Es schien einfach, diese Musik ätzend zu finden oder sie bestenfalls zu belächeln. Doch es wollte nicht so recht gelingen. Denn erstens ließ sich an der Attitüde Coldplays trotz einiger Anstrengungen nichts Einfältiges finden, und zweitens waren da diese großartigen Songs, diese wundervollen Lieder, die noch beim hundertsten Durchlauf neue, oft zärtliche Empfindungen produzieren konnten. Eine hohe Bürde also, doch, und jetzt sind wir beim Punkt gelandet: Coldplay nehmen sie 2002 spielend. Vielleicht gehen sie auch drum herum. Auf “A Rush ...” sind nicht alle Songs mit so klarer Hookline ausgestattet wie beim Vorgängeralbum, es gibt mit Ausnahme von “In My Place” keine Stücke, die für sich genommen so funktionieren wie z. B. “Don’t Panic”, das Eingangsstück der “Parachutes”-Platte. Die Stimmungen dieses Albums sind differenziert, aber hochdramatisch, da ist kein Platz für billige Effekthascherei. Die Arrangements sind voller. Mehr eine großartige Platte als eine Ansammlung großartiger Songs. Eine Platte, die sich nicht so schnell erschließt oder durch exponiert vermarktbare Hitsingles zerrissen werden kann. Neue, spannende Facetten offenbaren sich hier nach und nach, dieses Mal wird niemand so schnell die Songs schief nachpfeifen können, was für ein Glück.
Tricky sagte mal in einem Interview über die Musik von Kate Bush, sie berühre ihn da und da, und fasste sich dabei an Brust und Stirn. Ein außergewöhnlich schönes Kompliment. Das trifft’s auch hier. Coldplay haben alles richtig gemacht, finde ich.

...und wider
Auf der neuen Platte von Coldplay lastet eine schwere Hypothek: ihr Vorgänger. Das Debüt “Parachutes” hatte sich direkt über den Herzweg in meine Seele geschlichen. Diese unglaubliche Stimme, traurig und trotzdem voller Trost. Die Band hatte es geschafft, banalste Zeilen in Hymnen der Leidenschaft zu verwandeln. “Look at the stars, look how they shine for you, and everything you do ...”, in der Tat, “Yellow” bleibt einer der hellsten Sterne am Himmel. Extrem hohe Erwartungen meinerseits beim ersten Hören der neuen Songs also. Und Schock – der Funke springt nicht sofort über. Dabei hätte ich nichts sehnlicher gewünscht, als mir auf der Stelle das Herz in Flammen setzen zu lassen. Enttäuscht suche ich nach Gründen. Weshalb klingen Coldplay auf einmal nur noch wie eine okaye Britpopband mit Akustikgitarren und Radiohead-Einschlag, obwohl sie doch eigentlich die Retter der großen, echten Gefühle sein müssten? Nach mehrmaligem Hören relativiert sich das Bild ein bisschen. Einige Songs fangen doch an zu glänzen. “In My Place” (die erste Single) zum Beispiel. Zuckersüß und sehnsüchtig zugleich. Könnte prinzipiell auch von A-ha sein, und das meine ich als Kompliment. Oder “Warning Sign”: Auf eine dermaßen unspektakulär dahergeschrammelte Strophe folgt ein Refrain, der alles entschädigt. Die Streicher setzen ein, und Chris Martin singt so zärtlich wie ein junges Kätzchen, das sich schnurrend an deine Beine schmiegt: “When the truth is – I miss you – so”. Da funktioniert sie wieder, die Sache mit den Platitüden, welche sich in Wahrheiten verwandeln. Auf der anderen Seite dann eben so richtig gepflegte Langweiler wie “The Scientist”. Zum tausendsten Mal dieses stoisch angeschlagene Betroffenheitsklavier, das uns sagen will: Hier geht es um was Ernstes. Die Band setzt erst zur zweiten Strophe ein, gegen Ende dengeln die Gitarren ein wenig lauter, und der Hallregler wird nach oben geschraubt. Hat man einfach schon zu oft gehört. Auch Ausflüge in experimentellere Soundgefielde (“A Whisper”) wirken unentschlossen, und man bekommt das Gefühl, dass Coldplay hier irgendwie den roten Faden verloren haben, welcher auf “Parachutes” noch so dick wie ein Rettungsseil gewesen war. Bleibt die schmerzhafte Erkenntnis, dass ein paar richtig gute Songs für so eine großartige Band einfach zu wenig sind.



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  • User: pktwo
  • pktwo 23.08.2002 | 21:55:07

    wir wollten für unser fanzine pro und kontro schreiben und das haben wir schon am 2.4. um 17.57uhr beschlossen, hier ist das chat log:

    CrazyBird71249: Aber danke für die Coldplay-Info...
    CrazyBird71249: Ich find das sensationell.
    CrazyBird71249: Habe Herbst oder Frühjahr erwartet...
    paaaul: jaja
    paaaul: und ich darf die kritik dazu bei little eye schreiben
    paaaul: yeah
    CrazyBird71249: Ach?
    CrazyBird71249: Wir machen pro kontra.
    CrazyBird71249: Dir gefällt sie bestimmt nicht :)
    paaaul: hehe
    paaaul: ok
    paaaul: aber nur wenn wir unterschiedliche meinungen haben
    paaaul: yeah
    paaaul: das machen wir
    CrazyBird71249: Okay.
    CrazyBird71249: Wir sind die Geilsten.
    *** CrazyBird71249 signed off at Tue Apr 02 17:57:30 2002.


    intro leute ihr seid doooooooooooooof

  • User: very_british
  • very_british 23.08.2002 | 22:15:12
    taken too young
    Was, hat da der zuständige Redakteur etwa Privatsphären- und Datenschutzrechte missachte, und noch dazu grob Ideenklau betrieben?
    Verklagen, verklagen, verklagen!!

  • User: pktwo
  • pktwo 23.08.2002 | 22:18:29

    dazu ein zitat von JimmyJazz; 04.08.02, 19:36h
    ...was aber in der diskussion auch nicht rauskam ist die tatsache, dass das
    intro irgendwie auch ziemlich mitverantwortlich für das verschwinden der
    fanzines ist



    intro ihr müsst crazybird und mich jetzt als redakteure einstellen, oder zumindest als praktikanten, wir fordern venkers kopf

  • User: pktwo
  • pktwo 23.08.2002 | 22:30:16

    etwas ernsthafter bitte herr decker, es geht schließlich ultimativ um die gesamte fanzine bzw. ezine zukunft. dieser fall wird in näherer zukunft eine lawine von massenklagen gegen die etablierten zeitschriften hervorrufen...

  • User: Daniel Decker
  • Daniel Decker 23.08.2002 | 22:34:12

    für und wider gab es schon in früheren ausgaben und schaut mal in der visions, die machen das sogar immer, vielleicht haben die ja auch die idee von euch

  • User: pktwo
  • pktwo 23.08.2002 | 22:37:48

    nee visions greif ich nich an, die ist schon arm genug

  • User: pktwo
  • pktwo 23.08.2002 | 22:44:05

    darfst du dir aussuchen

  • User: pktwo
  • pktwo 23.08.2002 | 22:46:50

    "where does our money go, where does our money go?" - the libertines
    ...
    ach mist, intro kostet ja gar nichts

  • User: pktwo
  • pktwo 23.08.2002 | 23:07:57

    warum fangen eigentlich 80% aller pro/contra rezensionen mit "es ist sehr einfach xy zu hassen" oder so.und dann die aufzählung der gründe bis dann im 5.satz endlich erst die begründung fürs nich hassen kommt.och menno wir hätten es besser gemacht...

  • User: pktwo
  • pktwo 24.08.2002 | 12:18:29

    hoch damit, skandal

  • User: pktwo
  • pktwo 26.08.2002 | 12:48:12

    zum album release und wochenbeginn nochmal!

  • User: pktwo
  • pktwo 26.08.2002 | 12:59:55

    was sagen sie dazu herr krumbein??

  • User: CrazyBird
  • CrazyBird 30.08.2002 | 14:03:09
    War nicht so gemeint.
    Die Intro-Rezension ist mal wirklich so richtig beschissen. Sowohl die "Für" als auch die "Wider". Tut mir leid.

  • User: qalas
  • qalas 17.09.2002 | 18:46:12

    ich hab das gefühl, daß coldplay auf der neuen platte an eigenständigkeit verloren haben. nicht schlecht zu beobachten ist das bei "god put a smile upon my face" (oder ist es sogar unterschlagener weise ashcroft? hört sich doch sehr danach an) gleich eins später jammert er wie bono... chris, das hast du doch gar nicht nötig.

  • User: newborn
  • newborn 18.10.2002 | 19:56:20

    Absolut dämliche Plattenkritik! Selten so ein Scheiß gelesen!

  • User: godhatesUSAll
  • godhatesUSAll 16.01.2003 | 20:45:02

    I Hate COLDPLAY!!! You stupid gay
    dicksuckers!!! Make my day!!! shoot
    shoot...

  • Murray Ostril 16.01.2003 | 20:50:06

    Gegen Coldplay hab ich an sich nix, sind ja nette Bubis. Doch bleibt mir da unterm Strich grundsätzlich zu wenig hängen. Is mir irgendwie zu sehr MTV-Heavy-Rotation-Konsensmusik geworden. Derartige Balladen kriegt jeder zweite Hobbymusiker mit nem bißchen guten Willen auch hin. Am Ende also nicht viel; trotzdem clever...

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