BEWERTEN
 

Public Enemy

»Revolverlution«

[Koch / Motor / VÖ: 26.08.2002 ]

Text: Jan Wölffel, Jan Wölffel

Acht neue Tracks, vier Remixe alter Klassiker, drei Live-Stücke sowie einige Skits – das ist erst einmal die nüchterne Bilanz des neuen, achten Public-Enemy-Albums. Well, 15 Jahre nach “Yo! Bum Rush The Show” ist die Gang die unangefochtene Number One, die Stimme des imaginären Black CNN, sie sind die Meister der Punchlines, bei denen sich die Hand wie von selbst zur Faust ballt. Und nach mindestens drei bis vier Longplay-Klassikern haben sie jetzt wieder ein neues, vielleicht wegweisendes Albumkonzept vorgelegt. Chuck D bemerkt dazu selbst in der “Terrordome”-Kolumne auf der PE-Website: “The revolverlution disc is groundbreaking in the fact that the internet is still putting the gun to the heads of the industry.

Regardless of what we think, increasingly, the album format is outdated and dead to a certain degree, like I said up top, but still albums can be specifically packaged and designed to be collectable ...” So stellten Public Enemy auf ihrer Website vor gut einem halben Jahr A-cappellas ihrer Stücke zur Verfügung, auf die 11.643 Mal zugegriffen wurde. 462 Remixe wurden angefertigt, von denen für das aktuelle Album vier ziemlich schräge von unbekannten Produzenten aus Amerika, Argentinien und Österreich ausgewählt wurden. Highly collectable für alle PE-Fans sind freilich die Live-Versionen von “Miuzi Weights A Ton”, “Fight The Power” und “Welcome To The Terrordome”, die nicht nur sehr clever zwischen die Remixe, Skits und neuen Tracks eingestreut wurden, sondern auch das Energielevel des gesamten Albums äußerst hoch halten. Denn die acht neuen Tracks haben es wieder einmal in sich. “Gotta Give The Peeps What They Need” ist mit geschmeidigem Bongobeat und Gitarrensample schon mal ein guter Auftakt. Der folgende Titeltrack klingt mit feistem Funk im Tank nach einem amtlichen Update des guten alten Bombsquad-Sounds, Flavor Flav bejaht auf seinem Solo-Track die Frage “Can A Woman Make A Man Loose His Minds” – und auf dem nach Zensur flehenden “Son Of A Bush” vertiefen PE ihre Vorlieben für schweren Gitarrenrock. Die Skits nutzen sie als Auflockerung (sehr lustig: “Making Of Burn Hollywood Burn”), als zusätzliche Informationsquelle (z. B. in Form eines Interviews zu “By The Time I Get To Arizona”) und schließlich als eine Art Public-Enemy-Bulletin. Was letztlich den einen letzten Wunsch weckt: noch einmal Public Enemy live zu erleben.



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