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»We can fix it«
[Vertical Form / Kompakt / VÖ: 19.05.2003 ]
Text:
Thomas Venker,
Thomas Venker
Hendrik Johannsson kommt aus Island. Ausnahmsweise soll das aber bei der Rezeption seines Projekts Smyglyssna keine Rolle spielen. Es würde auch wenig Sinn machen, den kalten Funk unbedingt geografisch zu lesen, dazu ist der Sound zu international geprägt. Das fängt bei der rhythmischen Ausgestaltung an. Die Beats besitzen eine hiphopeske Gestalt, so verwegen holprig, wie sie arrangiert sind. Das klingt dann schnell nach Oldschool und dem New York der Beatbox-Tage. Und passenderweise finden sich auch Electro-Elemente im Sound. Der Stop-and-go-Funk von Smyglyssna kommt allerdings nie mehr als fünf Zentimeter vom Boden hoch.
Das hier ist nicht jump-up and freeze, nicht die nächste Stufe des Entertainments, sondern eher die gezähmte Version des außer Kontrolle geratenen Electro-Monsters. Es muss ja auch nicht alles rocken auf dieser Welt, gerade in Zeiten von IDM und Laptop Electronica, aber dann sollten derartige Ansätze doch mehr sophisticated sein als die Musik von
Smyglyssna. Und deshalb und weil man sowieso immer alles so deutlich schreiben sollte, wie man es spürt: “We Can Fix It” ist ziemlich mittelmäßig, ja geradezu öde. Was sich zwischen dem Opener “Might It Be’s And If It Were’s” und dem sechsten Stück “Fractical Practal” abspielt, vergisst man am besten schnell wieder. Denn während diese beiden Stücke interessante Frickel- und Clickansätze präsentieren, wird auf den anderen vier eher banal gerumpelt, und das ziemlich nervig. Gegen Ende des Albums, wenn die Konzentration schon reichlich strapaziert wurde, spielt Johannsson doch die Island-Karte aus. “Foaming Prairie” erinnert an Alec Empires “Island Sessions”. Kalter Ambient für eine genauso temperierte Welt. Die pointierte Miniaturmelodie, auf einem Klavier eingespielt, verstärkt dabei die der Soundfläche innewohnende Melancholie, die Tristesse des Moments nochmals. Warum es danach allerdings wieder lospluckern muss? Ich habe ihn nicht drum gebeten.
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