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Donots

»Amplify The Good Times«

[Supersonic / GUN / BMG / VÖ: 18.11.2002 ]

Text: Ingo Rieser, Ingo Rieser

Auf dieser Band lastet ein immenser Erfolgsdruck. Nicht nur muss mit diesem dritten regulären Album der erworbene Status behauptet und ausgebaut werden, obendrein haben die Donots jüngst einen Vertrag bei Burning Heart unterschrieben. Mit dem ist nun auch das Europa außerhalb des deutschsprachigen Raums zu missionieren. Von diesem Druck lässt sich auf “Amplify The Good Times” aber glücklicherweise gar nichts spüren, man zeigt sich mit einem unverschämten Selbstbewusstsein. Verändert hat sich nicht viel, nur besser ist es geworden: die Arrangements sind stimmiger, die Songs auf das Wesentliche konzentriert. Die Donots können Hits, und wenn ein Refrain catchy ist, darf man ihn so oft wiederholen, wie man will.

Produziert hat - wie schon “Pocketrock” - Fabio Trentini, und mit einem zweifelsohne sehr radiotauglichen Gesamtbild passt “Amplify The Good Times” perfekt in die Charts. Aber eben nicht nur dorthin. Zu “Up Song”, “Big Mouth”, “That’s Armageddon” (und so fort) fällt nichts ein als die nicht ganz undämliche Formulierung: Hier geht im Refrain “die Sonne auf”. Anhand von “Rollercoaster” wird exemplarisch verdeutlicht, wie man aus einem guten Song nach 1 Minute und 20 Sekunden einen grandiosen Song macht, und “Friends (Fucked)” bietet mehr Rockklischee als die Hives und Backyard Babies zusammen. Diese Songs sind weder Punk noch Pop, sondern beides, und scheinen genug Energie, Tiefgang und Größe zu besitzen, um für mehr als nur einen Sommer zu taugen. Anstatt beim wegweisenden dritten Album nervös zu werden, haben die Donots also alles richtig gemacht. Damit ist es spätestens jetzt endgültig und in jeder Beziehung so weit: Vorbilder wie Samiam, Foo Fighters und Face To Face noch als solche zu bezeichnen, passt nicht mehr. Es muss anerkannt werden: Die Donots stehen auf eigenen Beinen. Obendrein hat sich keine zweite Band so wie diese bei teils massiver Medienpräsenz in den letzten Jahren stets ohne bemühtes Image, dafür mit viel Charakter, Charme und Konsequenz gezeigt. Das ist nicht so einfach, wie es klingt. Schlussendlich ist Bescheidenheit hier völlig fehl am Platz. Besser kann man so was nicht machen.



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