BEWERTEN
 

Belle And Sebastian

»Storytelling«

[Jeepster / Efa / VÖ: 22.10.2003 ]

Text: Alexander Jürgs, Alexander Jürgs
[5 Kommentare]

Ein neues Album von Belle And Sebastian – zumindest beinahe. Im letzten Jahr war die Glasgower Band in New York, um dort mit Gastmusikern den Soundtrack für Todd Solondz’ Film “Storytelling” aufzunehmen. In den Film selbst haben es dann nur sechs Minuten geschafft, Regisseur Solondz urteilte über die Songs: “Great, but not for the movie.” Den Film kenne ich nicht, und “great” ist untertrieben: Die Songs, Instrumentalstücke und Dialogschnipsel mit musikalischer Untermalung, sind vielleicht das abwechslungsreichste Werk von Belle And Sebastian überhaupt. Die Basis ist der Pop der Sechzigerjahre: schöne Melodien, Musik mit Sehnsucht.

Belle And Sebastian sind – neben den Kings Of Convenience – die Band, bei der ein Simon&Garfunkel-Vergleich nicht hinkt. Da ist ein Stück wie “Black And White Unite”: beschwingt, die einzigartige Stimme des Sängers, die sich ab und zu beinahe zu überschlagen scheint, die schöne Zeile “I’m half in love with every girl I meet”. Da ist ein Stück wie das instrumentale “Freak”: die Gitarre spielt zart ihr Motto, das Piano sucht seinen Lauf, ein schöner Singsang, Flöten. Da ist ein Stück wie die Geschichte über den Herrn Filmemacher, der hier “Big John Shaft” heißt: “I’ll make another movie / The same one as the year before / Take a tired idea / Put it in the hands of Hollywood.” Dazu Handclaps. Mit “Storytelling” geht es mir wie mit bisher jeder Belle-And-Sebastian-Platte: nach zweimal hören bin ich mir sicher, meine neue Lieblingsplatte gefunden zu haben. Die zweite Platte dieser Besprechung hat – entfernt – auch mit der Band Belle And Sebastian zu tun. Looper ist das musikalische Projekt von Stuart David, der mal Mitglied der Band war, dort Bass gespielt hat. David hat das wunderschöne Buch “Wie Nalda sagt” geschrieben, ein melancholisch-romantisches Märchen über einen Jungen, der einen Diamanten und somit ein Geheimnis in sich trägt, das ihn von den Menschen entfernt und eine Annäherung an ihn fast unmöglich macht, zum Scheitern verurteilt. Man sollte diesen Vergleich nicht ziehen, aber: wo das Buch von Stuart David einen fesselt und in seinen Bann zieht, wo es einen der Welt entrückt, vermag die Platte “The Snare” weniger zu begeistern. Nette Downtempo-Tracks, mit ein bisschen Gebimmel, ein bisschen einlullend. Der Gesang ist recht düster, die Stimmung auch. Lesen Sie lieber das Buch und hören Belle And Sebastian.



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  • User: pop_b_sessen
  • pop_b_sessen 27.06.2002 | 14:25:21

    ja. ist sehr empfehlenswert.

  • Jarvis 27.06.2002 | 14:41:46

    lief der schon in den Kinos?

  • User: pop_b_sessen
  • pop_b_sessen 27.06.2002 | 14:48:19

    bei uns läuft er gerade. komme aber
    aus der schweiz.

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