BEWERTEN
 

Mathias Kaul

»Fever«

[NurNichtNur / info@nurnichtnur.com]

Text: Klaus Hübner, Klaus Hübner

Vorweg: Man weiß gar nicht, was mehr Bewunderung verdient – die Covergestaltung oder die Musik. Das liegt wohl daran, dass das Cover aus einem einzigen Superlativ besteht. Denn es hat eine Größe von ca. 10,6 mal 2,10 Meter. Wolfgang Kahle malte ein abstraktes, vielfarbiges Bild auf Leinwand, zerschnitt es anschließend in eintausend Teile. Daraus fertigte Hanne Kasteinke per Hand die Schutzhüllen. Jede der auf eintausend Stück limitierten CDs ist ein Unikat. Wertsteigerung? Na, warum nicht? Zur Musik aber: Matthias Kaul begann als Jazz- und Rockdrummer, bewegt sich heute solistisch wie auch als Interpret der Neuen Musik (Vinko Globokar, Hans-Joachim Hespos).

„Fever“ soll an Idole und Vorbilder gemahnen. Für die „Five Songs From A Percussionist“ (Untertitel) sind diese Personen nämlich von zentraler Bedeutung: Malcolm Goldstein, Amadeu Antonio Kiowa, Ingeborg Bachmann, Elvis Presley, Yoko Tawada. „Bachmann“, ein Stück für Glasharfe und Stimme, findet neben der poetischen Basis den fragilen Sound aus geblasenem Quarz. Ein ganzes Schlaginstrumentenarsenal benötigt Kaul für den Titeltrack, den er seinem Jugendidol Elvis widmet. Der durchgängige Metronomsound simuliert dabei das Fingerschnippen in dem gleichnamigen Presley-Song von 1960. „Listen, this is for You“ steht als Motto am Beginn und am Ende einer CD, die in aufregender Selbstverständlichkeit Musik und Design verknüpft.



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aus Intro #95 (Juni 2002)
 
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