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Royce Da 5`9"

»Rock City«

[Game Rec. / Columbia / Sony / VÖ: 29.04.2002 ]

Text: Jan Wölffel, Jan Wölffel

"Get up, everybody gonna move their feet, get down, everybody is gonna leave their seat, you gotta lose your mind in Detroit Rock City!" Hätte nie gedacht, den alten Schweinepriester Gene Simmons im Rahmen einer HipHop Rezension zu zitieren. Aber es passt schon- nicht nur weil Royces Albumtitel eine Verbindung darstellen könnte, Royce Da 5‘ 9" und Kiss-Frontman Gene eben auch aus Detroit stammen. HipHop, Heavy Metal der Siebziger und übrigens auch Rock der Sechziger besitzen eine ganz ähnliche Attitüde. Rebellion, Leidenschaft, Motive wie Liebe, Hass, Leid und Erlösung sind den bösen Buben der Genres ein Begriff - und dem Mann haftet hier noch etwas Archaisches an.

Held, Ritter und/oder Popstar zu sein ist sein Begehr, der bürgerliche Mief, der gesellschaftliche Status Quo sind da bloß Dorn im Auge. Und Royce Da 5‘9" tut auf seinem Debütalbum wirklich einiges dafür, einen bleibenden Eindruck abseits der Konventionen zu hinterlassen. Erst einmal hat er mit Tracks wie "I`m The King", "Bad Meets Evil" (feat. Buddy Eminem) und "Boom" und dem schönen "HipHop Honeys" (Game Rec.) fleißig Credits bei den Gatekeepern im Untergrund gesammelt. Hauptgrund der allgemeinen Verzückung ist dennoch Royces trockener, glasklarer und meist auf Krawall gebürsteter Flow, dem sich honorige Produzenten wie The Alchemist, Premier und Reef angenommen haben. "I'm the verbal-spit Smith&Wesson", rappt er eingangs auf "Boom" und donnert wenig später: "I'll have you feeling like a fire hydrant in a room full of dogs / so come, come now, get pissed on, shitted on." Boom Baby! Nun gut, Royce Da 5‘ 9" steuert mit "Rock City" dennoch auch offensichtlich in ein populäres Marksegment. Zwischen recht schnörkellosen Beats, einigen guten Cuts und synthetischen Soul-Elementen à la Timbaland und Neptunes, sind immer wieder "Uhhs" und "Ohhs" sowie gesungene Refrains zu hören. In "We Live" zitiert er gar Hall & Oates ("Maneater") und in "Life" sampelt er eine Schmachtballade, deren Titel mir grad‘ nicht einfällt. Nicht ganz so spannend sind die Tracks mit seiner Crew-D-Elite, während neben "Boom", "Rock City" und "Get Cha‘ Paper", "Let`s Go" auf der Gewinnerseite stehen. Royce holt eben nicht nur die Battle-Keule heraus, er kann auch Geschichten erzählen, philosophiert hier und da über das Leben und dürfte als Clubtiger in Detroit wohl bekannt sein. So ist "Rock City" eine runde Sache irgendwie, bisschen mehr wäre allerdings in Anbetracht seiner durch die Bank weg brillanten 12-Inches sogar auch noch drin gewesen.



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